E:201 Die 5 größten Wein-Feinde – und wie ihr sie zu Freunden macht
Shownotes
Kennt ihr das? Ihr habt einen richtig guten Wein im Glas – und plötzlich schmeckt er nach gar nichts mehr oder sogar metallisch. Schuld ist oft das Essen auf dem Teller. Lou und Jonas nehmen sich heute fünf berüchtigte Kandidaten vor: Artischocke, rohe Tomate, Spinat, Sauerkraut und alles Scharfe. Für jeden gibt es die Erklärung, warum er den Wein killt – und den konkreten Trick, ab wann es trotzdem klappt. Denn fast jeder Wein-Feind wird zum Freund, wenn man ihn richtig zubereitet, clever kombiniert oder den passenden Wein wählt. Und am Ende löst Lou den Klassiker schlechthin: Was passt eigentlich zu Spargel? Wein der Woche Finca de la Vega Cava Seco – D.O. Cava, Spanien | Rheinberg Kellerei Hergestellt nach der traditionellen Methode in Flaschengärung aus den klassischen Cava-Rebsorten Macabeo, Xarel·lo und Parellada aus dem Herzen Nordspaniens. Frisch, fruchtig, spritzig – mit einer eleganten, harmonischen Süße, 11 % vol. und einer lebendigen Säure. Gut gekühlt serviert ist er der perfekte Begleiter zu Fisch, Meeresfrüchten und leichten Vorspeisen – und damit der ideale Kontrapunkt zu einer Folge voller kniffliger Kombinationen. Erhältlich bei EDEKA und edeka24.de Die Frage der Woche – von Miriam aus Stuttgart: „Ich liebe Spargel, aber sobald ich ihn esse, schmeckt jeder Wein komisch – oft richtig metallisch. Was passt denn wirklich?" „Der Trick heißt: grün zu grün. Nimm einen Wein, der selbst eine leicht grüne, krautige Note mitbringt – dann kollidiert nichts. Mein Klassiker: ein Grüner Veltliner. Genauso gut: ein Sauvignon Blanc, ein Silvaner oder ein Weißburgunder. Und dein Joker ist die Beilage: Spargel mit Butter, Hollandaise oder Schinken ist durch das Fett viel weinfreundlicher als Spargel pur. Weißer Spargel ist außerdem milder als grüner – der lässt dir mehr Spielraum."
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00:00:01:
00:00:13: Heute geht's bei uns um echte, wie hast du es so schön formuliert?
00:00:16: Weinfeinde.
00:00:19: Weinfeinde!
00:00:20: Um Wine und Food Pairings, aber um solche die selten funktionieren.
00:00:24: Genau also wir sprechen über Lebensmittel, die einfach keinen Bock auf Wein haben.
00:00:29: Wir haben mal so eine Hörerumfrage gemacht und dann hieß es, die hören das ganz oft morgens beim Ready machen.
00:00:36: Im Badezimmer beim Zähneputzen hast du schon so ein Plopp.
00:00:40: Da wäre ich auch direkt hier in einer ganz anderen Zeitzone
00:00:42: unterwegs.".
00:00:43: Bevor du mir was eingehst, ganz kurz!
00:00:45: Also Lu hat heute fünf Killerkandidaten rausgesucht und wir klären für jeden Einzelnen warum geht das Lebensmittel nicht mit dem Wein?
00:00:53: Beziehungsweise wie und wann geht es denn
00:00:55: doch?!
00:00:55: Die gute Nachricht vorab schon mal, fast jeder Weinfeind wird zum Wein freuen.
00:00:59: Wenn man ihn richtig zubereitet, wenn man ihn clever kombiniert oder dem passenden Wein dazu wählt.
00:01:05: Der Wein der Woche!
00:01:07: Wir haben heute im Glas den Finkadella Vega einen Kawa hergestellt mit der mit Dodo-traditional heiß traditionelle Flaschengierung.
00:01:17: das heißt dass die zweite Gierung in der Flasche stattfindet.
00:01:20: aus der zweiten Gierung stammt auch dann die Kohlensäure logischerweise und Dieser Kawa hier kommt in der dosagefrei übersetzten Geschmacksrichtung Seko daher.
00:01:33: Das heißt, er ist nicht trocken, also trocken trocken im Sinne von Brütnatür extra Brüt oder Brüt sondern er isst eher so geschmacklich halbtrocken einzuordnen.
00:01:44: Also nicht irritieren lassen von Seko.
00:01:46: Und wenn auf dem deutschen Sekt trocken draufsteht, dann heißt es auch nicht dass er trocken ist sondern halb trocken.
00:01:51: Ich weiß das ist verwirrend aber deswegen gibt es ja uns den Cheers, den Weinen Podcast, die klären auf
00:01:59: Zum Wohl!
00:02:00: Cheers!
00:02:01: Ich mag Kava sehr gerne und die drei Leitrebsorten bei Kava sind immer Xarello, Macabeo und Pariada und Herz des spanischen Schaumbands.
00:02:13: also Kava is Catalonia Und passt natürlich perfekt.
00:02:18: So plakatives Klinge zu Tappa, so hier zu Tortilla, Kartoffelgedöns mit Mayo und so... Oh!
00:02:26: Wirklich?
00:02:27: Ich seh mich doch schon wieder auf der Piazza sitzen an die Piazzasitzeln.
00:02:30: Blasser,
00:02:30: blasser.
00:02:31: In Blassersitzeln, Ernst.
00:02:33: Ach nee.
00:02:35: Nee ist gut hat auch eine schöne Perlage.
00:02:37: Und was natürlich cool ist bei Kaver du bekommst wirklich außerordentlich gute Qualitäten zu einem verhältnismäßig schmalen Daler.
00:02:44: ja Es ist natürlich nicht vergleichbar mit Champagner, das muss auch gar kein Vergleich sein allein weil wir hier auch andere Rebsorten haben.
00:02:51: Aber es ist traditionelle Methode und ich mag Cover einfach unglaublich gerne!
00:02:56: Jetzt sprechen wir über die Feinde des Weins.
00:02:59: Kennst du die feinde des weins?
00:03:00: Kennt sie die freunde des weines?
00:03:02: Gibt's eine einfache Regel warum manche Lebensmittel Wein killen?
00:03:06: Ja,
00:03:07: das was ihr euch merken könnt, Salz und Säure sind immer die Freunde des Weins.
00:03:11: Die machen ihn weicher, fruchtiger runter, heben die Aromatik eines Weins aber auch so richtig schön aufs nächste Level puschen also die Aromen in den Vordergrund.
00:03:21: Und wer kennt das ja aus der Küche?
00:03:23: Salz macht alles gleich sexier.
00:03:25: Also betont Aromen Das könnt ihr euch mal merken.
00:03:28: und das Gleiche trifft auch auf Säurer zu Betontaromen!
00:03:32: Und die Gegenspieler sind tatsächlich Süße Umami, das ist so dieser herzer fleischige Geschmack.
00:03:39: Bitterkeit und Schärfe.
00:03:40: Die lassen den Wein oft härter, bitterer aber auch alkoholischer wirken.
00:03:45: Dann gibt es noch Fett!
00:03:47: Und Fett legt sich wie so ein... Könnt ihr euch vorstellen?
00:03:49: Wie wenn da so ein Stück Butter löffelt?
00:03:51: Wie so ein Schutzfilm auf die Zunge.
00:03:54: und nimmt vor allem dem Wein Gerbstoff.
00:03:57: Also er harmonisiert so gesehen das Gerbststoffgerüst eines Weins, weshalb ja auch so ein Antrikot, also ein fettdurchzogenes Stück Fleisch hervorragend mit einem Bordöchen funktioniert, also mit einem roten Berdo sagen wir jetzt mal linkes Ufer, Cabernet Sauvignon, Merlot-Cabernet Franc – Das passt einfach für die Faustaufsorge!
00:04:16: Mit dieser kleinen Brille von Lou wird's eigentlich Alles ganz logisch, fangen wir mal an mit einem geliebten Gemüse von mir.
00:04:24: Ich
00:04:24: habe es schon mit eigenen Händen auf meiner Lieblingsinsel Mallorca geerntet und ich liebe es vor allem die Blätter einzeln zu zupfen und dann in eine Vinaigrette zu tauchen und am Ende das Herz zu verschlingen.
00:04:38: Wachsen Sie auf Mallorco?
00:04:39: Ja, in dem Garten meines Onkels schon.
00:04:41: Hecht krass wusste ich gar nicht!
00:04:43: Es geht um die Adi Schocke.
00:04:44: Die Adi-Schocke, ja.
00:04:46: Und da weintechnisch hat sie einen ziemlich miesen Ruf?
00:04:48: Ja
00:04:48: also die Adi Schocke ist so ein richtiger Weinverdreher.
00:04:52: in ihr steckt nämlich einen Stoff namens Zynarin und dieser Stoffzynarin der blockiert oder legt das Empfinden von Süße auf eurer Zunge kurzfristig lahm.
00:05:08: Dann passiert folgendes Der nächste Schluck Wein spült das zwar weg dann aber springen Sensoren, ja quasi wieder an und alles schmeckt plötzlich künstlich süß und flach.
00:05:19: Und der Wein wirkt dadurch halt einfach wie ausgeknipst.
00:05:25: Jetzt ist die Frage ab wann kann ich dann doch Wein mit einer Artischocke kombinieren?
00:05:30: Also es
00:05:31: geht irgendwie... Es
00:05:32: geht irgendwie also wenn ihr die Artichocke nicht pur dämpft sondern zum Beispiel grillt oder auch röstet und vor allem mit Fett- und Säure kombiniert, also beispielsweise Olivenöl, Zitrone, Salz dazu vielleicht ein bisschen Aioli.
00:05:46: Ich weiß nicht genau was du dazu gedipst.
00:05:48: Naja so eine wenig retten
00:05:49: manchmal.
00:05:50: Senf ist dann mal wie schon wieder Kacke.
00:05:51: Das ist eher problematisch glaube ich weil da kommt noch mehr Säuren zu bei mir.
00:05:56: Also jedenfalls diese Komponenten die ich gerade aufgezählt habe, die dämpfen halt einfach diesen Zynarin Effekt.
00:06:03: Gibt es denn irgendwie ein Wein, der ganz besonders gut dann doch mit einer Artischocke kombinierbar wäre?
00:06:09: Ich würde zu Artischocken immer einen Weißwein kombinieren oder ein Rosé.
00:06:14: Knochen trocken, hohe Säure kein Holz also wirklich so richtig vibrierender Weiß weins.
00:06:21: zum Beispiel ein Sauvierblanc, ein Vignuverde oder natürlich auch ein Riesling passen dann wirklich sehr, sehr,
00:06:29: Also, wir gucken uns die Feinde weiter an.
00:06:31: In der kleinen Gemüsearmee haben wir schon die Achdie Schocken stehen.
00:06:33: jetzt kommen wir zur Tomate.
00:06:36: also die rohe Tomate
00:06:37: was übrigens auch hilft ist schon ein Spritz das machen sowieso die meisten aber schon einen Spritzer Zitronensaft ins Kochwasser geben
00:06:44: damit er sich dran gewöhnt.
00:06:45: ja
00:06:45: also entscheidend ist immer bei diesen feinden die wir jetzt hier alle runter radern werden es immer die Art der zubereitung und die art der kombination.
00:06:54: Wir machen weiter mit unserer kleinen Gemüse-Armee.
00:06:56: Neben die Art, die Schocker stellen wir jetzt die Tomate ... Also die rohe Tomate!
00:06:59: Wo ist das Problem?
00:07:01: Das sind Doppelade und viel Säure und viel Umami.
00:07:07: Und das Umami lässt tanninreiche Rotweine sehr bitter aber auch metallisch schmecken Und säure.
00:07:15: arme Weine wirken sehr dünn und flach.
00:07:18: Übrigens, kleiner Fun Fact, je reifer die Tomate ist es so mehr Umami hat sie auch.
00:07:23: also eine reife Tomate hat rund zehn mal so viel davon wie eine Unreife.
00:07:28: Ist mir ein Rätsel der unreife Tomaten essen möchte?
00:07:31: Ich sag immer, die Kerkertomaten sind die guten Tomaten in Italien und in Spanien, die ihren Weg niemals auf Deutschland finden werden.
00:07:37: Was ist das?
00:07:38: Wollte
00:07:38: ich grad sagen!
00:07:39: Das merkt man doch sofort wenn du irgendwo im Süden bist und eine Tomate isst dann denkst du mal so okay... Diese Tomaten exportieren sie nicht.
00:07:47: Ja,
00:07:48: exakt!
00:07:48: Die bleiben schön hier und ganz echt so einer guten Tomate.
00:07:51: Also eine richtig schöne Reifertomate.
00:07:53: Das ist nämlich wirklich fleischig also das hat wirklich diesen Umami-Kick.
00:07:57: Und dazu nur ein bisschen Salz, pusht wieder das Aroma ein bisschen, also ein bisschen für das Zell, ein gutes Olivenöl und Basta.
00:08:04: Richtig nice, wirklich.
00:08:06: Aber geht's doch irgendwie?
00:08:08: Ja, sobald die Tomaten gekocht werden.
00:08:10: Also in der Soße beziehungsweise Sugu im Smortop Also da verschwindet die aggressive rohe Säure.
00:08:18: Die Süße kommt aus der Tomate und sobald ich weitere Komponenten dazugebe, also Olivenöl, Salz oder beispielsweise auch Parmesan oder Fleisch ne?
00:08:27: Wenn man jetzt mal an so ein Fleisch-Sugo denkt baut ihr einfach die perfekte Brücke.
00:08:31: Wir können es aber noch simpler machen.
00:08:33: Ketchup.
00:08:35: Ah!
00:08:35: Säuresüßes in Form von Zucker.
00:08:38: Das sorgt allein schon wieder für ein harmonisches Gesamtbild.
00:08:42: Sobald die Tomate verarbeitet wird und sobald andere Komponenten sich dazugesellen, dann funktioniert es wieder.
00:08:49: Das geht auch bei einer rohen Tomate – ich habe ja gerade schon gesagt Salz oder Olivenöl, wir haben wieder eine fettige puffernde Komponente!
00:08:56: Es geht immer um... um Brückenbauer, sag ich immer.
00:08:59: Oder wenn du z.B.
00:09:00: eine Scheibe mozzarella drauflegst?
00:09:01: Exakt!
00:09:02: Wir reden ja jetzt nur von dieser unverarbeiteten rohen Tomate.
00:09:05: Das könnt ihr auch mal selber zu Hause ausprobieren.
00:09:07: Hebt euch mal so ne Tomate und versucht dazu ein Wein zu matchen.
00:09:10: Und dann macht ihr das gleiche mit Caprese oder was... ...und dann aber noch einmal im dritten Vergleich mit nem Sugo.
00:09:16: Da werdet ihr den Unterschied sofort merken.
00:09:18: Der Endgegner ist die ROHE TOMATE Aber es gibt Rettungsweine Ja.
00:09:24: Das ist wirklich total spannend.
00:09:25: Also wir haben ja schon Eingangs gesagt, dass wir einen Wein mit Säure brauchen.
00:09:29: Weil ansonsten würde sich der Wein von der Säurer der Tomaten unterbuttern lassen.
00:09:34: und was extrem gut zu einer verarbeiteten Tomate passt sind hochsäurige Italiener Weine aus Italien mit guter Säuren und moderatem Tannin gerüst beispielsweise aus San Giovese also ein klassischer Chianti oder auch in Barbera.
00:09:50: Auch hier nochmal meine Faustregel was zusammen wächst passt auch zusammen.
00:09:53: Also what grows together goes together.
00:09:55: Und ich war vor kurzem, also im Juni in der Toskana und da habe ich diese toskanischen dickgerollten Nudeln gegessen.
00:10:02: Die Pichee.
00:10:04: Dann hab' ich einen Tomaten-Sogo selber gekocht mit Basilikum, Oliven, Öl Salz... Boah!
00:10:10: ...und dann dazu ein leichtgekühlter... Ganz einfacher Kianti dazu.
00:10:14: Obendrauf noch ein bisschen frisch, gerieben und backerino.
00:10:18: Boah Leute!
00:10:18: Das könnt ihr euch nicht vorstellen wie gut das geht.
00:10:21: also jeder Bissen ist einfach eine Geschmacksexplosion und da sieht man wirklich dann warum es dann auch funktioniert.
00:10:28: mega richtig richtig gut.
00:10:30: aber wenn du dann so eine rohe Tomate im Salat hast was würdest du denn wählen?
00:10:35: Ich mag zu rohen Tomaten im Salad beispielsweise mit so einer Büffermotzarella Basilikum, Olivenöl, Salz.
00:10:43: Ein bisschen Pfeffer hier nicht so basamikuffletsche obendrauf machen das macht kein Italiener wirklich.
00:10:48: Also wirklich so richtig so kiepe-simple gute Produkte dazu ein frischer Rosé oder ein knackiger Weißer um jetzt zum Beispiel auch mal in der Toskana zu bleiben einen Sanjuvese rosé oder beispielsweise auch ein Fermentino oder ein Fennadschaf.
00:11:02: perfekt word
00:11:04: Wir kommen zu Feind.
00:11:05: Nummer drei.
00:11:06: Let's talk about Spinat.
00:11:08: Klingt erst mal harmlos, warum es spinaten Wein feint?
00:11:11: Ja was glaubst du denn?
00:11:12: Es ist jetzt mal so gedünsteten Spinat und knall dir dazu mal ein Glas Wein!
00:11:16: Naja
00:11:16: ich weiß...
00:11:18: Boah nee wirklich!
00:11:18: Boah das geht gar nicht!
00:11:22: Nein, ich kann mir schon vorstellen warum.
00:11:24: Weil Spinat dieses Metallische
00:11:26: hat?
00:11:26: Ja und dieses Pelzige das legt sich ja dann wirklich auf die Zähne, auf den Gaumen, auf das Zahnfleisch.
00:11:32: Ich finde es ganz unangenehm Und das kommt von der Oxalsäure.
00:11:37: Die bildet mit dem Kalzium im Speichel dann so winzige Kristalle Und genau dieses pelzig metallische Gefühl knallt dann Mit fast allen Wein zusammen insbesondere aber mit Wein sehr viel Gerbstoff, also Tannin haben.
00:11:52: Das heißt es geht gar nicht.
00:11:54: oder gibt's einen Weg?
00:11:55: Also Fett ist hier wieder der Game-Changer.
00:11:58: Fett kann eine Brücke bauen.
00:11:59: beispielsweise verhält sich Rahmspinat statt Blattspinat wieder ganz anders zum Wein aber natürlich auch Sahne, Butter und Käse.
00:12:10: die legen sich nämlich wieso wir haben es ja gesagt wie so ein schützender Fettfilm über diese Oxalsäure und plötzlich funktioniert das.
00:12:19: Dennoch bin ich kein großer Fan davon.
00:12:22: Das heißt, wenn man meine legendären Käsetort-Lini ... Ja?
00:12:30: zusammen mit Spinat essen würde.
00:12:32: Dann gäbe es ein Weg, weil das ist ja eine sanige Käseesauce!
00:12:34: Ja
00:12:35: also da würde ich eher was cremigeres auch wählen so frei nach dem Motto gleich und gleich gesellt sich gerne.
00:12:40: Du weißt, ich habe immer meinen lustigen Faustregeln.
00:12:43: Schön einfache Faust-Regeln.
00:12:44: Deswegen
00:12:45: würde ich jetzt hier einen Chardonnay wählen.
00:12:47: Das darf ruhig, ein muskulöser Chardonni sein.
00:12:50: Das heißt er darf Holz gesehen haben der darf ein Feinhefelager mitgemacht haben durchaus etwas cremigeres, was dann auch wieder zu dem cremigeren Gericht passt.
00:12:59: Das kann sehr gut funktionieren.
00:13:00: Also Textur-zu-Textur!
00:13:02: Ich liebe deine Weinbeschreibung.
00:13:04: Ein muskulöser...
00:13:06: Was lauere ich schon wieder?
00:13:07: ... ein muskuluscher Chardonnay.
00:13:09: Jetzt geht es um Saueres, genauer gesagt.
00:13:11: Konkret geht's um Sauerkraut und alles, was in Essig eingelegt ist.
00:13:15: Warum ist das so problematisch?
00:13:17: Weil hier ja diese pure Säure reagiert.
00:13:19: Beim echten Essig ist es Essexsäure zu Essig kippen lässt und die überschreit halt einfach so jeden Wein, der schmeckt da nur noch flach irgendwie nicht mehr vibrierend.
00:13:35: Beim Sauerkraut ist es übrigens Milchsäure aus der Gärung nicht essig.
00:13:38: aber der Effekt ist ähnlich.
00:13:40: und ab wann es dann doch geht wenn wir das ganze zu was Deftigen kombinieren.
00:13:45: Ja moi!
00:13:46: Da haben wir aber wieder Fett.
00:13:48: Ja, also wieder.
00:13:49: Das zieht sich ja wie so ein roter Fahndurchter.
00:13:50: Da haben wir wieder eine Schweinshaxte-Speckwurst.
00:13:54: Weil das Fett fängt wieder die Säure ab!
00:13:58: Und zweitens brauchen wir hier aber auch einen Wein der genauso viel Säuren mitbringt.
00:14:03: Sonst zieht er nämlich den Kürzeren.
00:14:04: Also das heißt, wir brauchen was Fettiges als Brückenbauer.
00:14:07: Wir brauchen aber auch ... Ein Wein, der mindestens ne genau so gute stabile Säuresstruktur hat.
00:14:14: und das beste Beispiel ist natürlich das Elsass, Schokrut, Sauerkraut, deftiges Fleisch so Bauchspeck und so.
00:14:23: Würstchen und dazu wird natürlich traditionell ein Riesling serviert.
00:14:28: auch hier wieder Freunde der Sonne.
00:14:29: What grows together, grows together.
00:14:31: die Älterse haben es freue gemacht.
00:14:32: sie wissen was gut ist ja.
00:14:33: And the last enemy das letzte Problemchen alles scharfe also mehrrettig kann man auch dazunehmen.
00:14:41: Senf chili.
00:14:42: Was passiert da im Mund?
00:14:43: Also Grundsätzlich müssen wir immer so ein bisschen differenzieren, um welche Art der Schärfe es sich handelt.
00:14:49: Alles was irgendwie mit Chili ist, das kriegen wir noch ausbalanciert nämlich mit Süße.
00:14:56: Also Restsüße im Wein wirkt wie so natürlicher Feuerlöscher.
00:14:59: da haben wir schon etliche mal darüber gesprochen.
00:15:01: Ja also perfekt einfach dazu ein Kabinettchen oder eine Spätlese.
00:15:05: Faustregel ist auch hier je schärfer das Gericht dass du süßer darf auch der Wein sein.
00:15:10: dann aber gibt es ja auch noch andere Form der Schärfe, denken wir mal an Meeretisch oder beispielsweise auch Senf.
00:15:18: Senföle funktionieren in den selten Fällen mit Weinen.
00:15:23: da ist das Bier der beste Begleiter.
00:15:26: also Bratwurstbrötchen hier und schönen Senf dazu Bier.
00:15:31: Da machen wir keine Experimente, da brauchen wir kein Wein.
00:15:33: Also natürlich geht das irgendwo alles über Umwege und wenn man richtig kreativ sein will.
00:15:39: aber Meine Faustregel ist immer alles, was mit Senföl zu tun hat.
00:15:43: Bierchen dazu.
00:15:44: Der verliert jeder Wein!
00:15:46: Die einzige Ausnahme die mir jetzt so spontan einfällt... Ich liebe ja Kalbstafelspitze ...mit Bouillon-Gemüse Und dazu ein Meerretichsüßchen.
00:15:57: Da haben wir ja wieder Sahne, Fett in den Brücke bauen kann.
00:16:01: aber auch da tun sich die meisten Weine schwer.
00:16:03: Da würde ich vielleicht noch ganz klassisch mit einem grünen Weltliner oder auch mit einem Silvaner arbeiten also einen Wein der verhältnismäßig moderat in der Säure ist.
00:16:13: Aber wenn man ganz ehrlich ist passt auch da besser ein Bier zu.
00:16:17: und ich meine Bier ist ja nicht gleich Bier.
00:16:19: es gibt ja so viele verschiedene Biersorten Die da auch das Gericht irgendwie auf's nächste Level heben können.
00:16:24: Ich fasse noch mal kurz zusammen, was wir heute gelernt haben.
00:16:26: Die Grundregel Salz und Säure sind Weinfreunde.
00:16:30: Und kennst du deine Freunde?
00:16:31: Kennste deine Feinde!
00:16:33: Also Süße, Umami, Bitterkeit, Schärfe das sind die Feinde... ...und Fett ist so etwas wie der Friedenstifter oder?
00:16:40: Ja
00:16:40: mit Ausnahme wie bei der Schärf, wo auch in einzelnen Fällen wenn man von Chilis sprechen auch Frucht der Friedensstifter sein kann.
00:16:47: also Süße.
00:16:48: Dann haben wir über die Artichocke gesprochen.
00:16:50: Synerien verdreht den Geschmack.
00:16:52: Es gibt eine Lösung.
00:16:53: Grillen, grillt die Artischocke Fett und Säure dazu Und dann Pastentrockner Sauvignon Blanc oder zum Beispiel in grüner Feldlinie Dann die rohe Tomate.
00:17:05: Das ist wirklich problematisch.
00:17:07: Säura-und Umami.
00:17:08: Die Lösung lautet nicht roh lassen sondern kochen.
00:17:12: macht ein Sugo daraus Oder nutzt Olivenöl Nutzt Parmesan Und dann hast du gesagt ein Sanjuvese.
00:17:19: Ja
00:17:19: also hoch sorgern weiß, rosé oder halt eben auch Rotweine.
00:17:24: Der nächste Feind ist Spinat.
00:17:27: das Problem ist die Oxalsäure macht diesen metallischen Pelzigen Geschmack.
00:17:32: Die Lösung ist Blubb is der Rahmspinat und wenn passt dann dazu cremiger im Holz ausgebauter Chardonnay?
00:17:40: Ja also Textur zu Textur kein Gerbstoff!
00:17:43: Kein Tannin, das ist ganz ganz
00:17:44: richtig geladen.
00:17:45: Und keine
00:17:46: Laserschwertsäure.
00:17:48: Dann haben wir über Sauerkraut gesprochen, beziehungsweise über Essig.
00:17:52: Das ist pure Säure auch höchst problematisch.
00:17:55: Ja im Endeffekt wie wir vorhin schon gesagt haben die Lösung ist was Fettiges dazu
00:17:59: ne?
00:18:00: Was fettiges und ein hochsäuriger Elsässer-Riesling beispielsweise.
00:18:05: Dann kommen wir zum Schafen, zum Chili zum Beispiel.
00:18:08: da gibt es ja eine gute Möglichkeit asiatisches Essen.
00:18:10: Da habe ich schon tausendmal darüber gesprochen.
00:18:12: restzüßer Alkohol armer Riesling.
00:18:16: Lösung und der größte Exportschlager Deutschlands wahrscheinlich in den asiatischen Raum.
00:18:21: Aber mehrrettiges Problematisch, Senf ist problematisch.
00:18:25: Und da hast du ganz ehrlich die weiße Flagge so ein bisschen geschwängen, hast gesagt das Beste ist dann doch Bier?
00:18:30: Ja!
00:18:30: Da kann man ja auch ein bisschen experimentieren weil es ja echt etliche Biosorten gibt.
00:18:35: Miriam aus Stuttgart will noch was wissen.
00:18:37: Die Frage der Woche Miriam fragt ich liebe Spargel.
00:18:42: Ich bin bei dir, liebe Miriam Aber sobald ich ihn esse, schmeckt jeder Wein komisch.
00:18:47: Oft richtig metallisch!
00:18:49: Was passt denn wirklich zu Spargel?
00:18:51: Erst mal der Grund sind schwefelhaltige Verbindungen im Spargl plus die oft dann doch sehr intensiv grüne Note.
00:18:59: also stellt euch mal vor ihr Nehmt so einen weißen Spargel und knallt ihn in der Mitte durch.
00:19:04: Das riecht sehr intensiv!
00:19:06: Und diese schwefelhaltigen Verbindungen, die reagieren halt eben mit Gerbstoff, mit ein zu viel Ansäure aber zum Beispiel auch mit Wein, die im Holz ausgebaut wurden und daher kommt halt eben dieser metallisch manchmal fast bitterer Beigeschmack.
00:19:21: Der Trick heißt Grün zu Grün.
00:19:23: also nimm ein Wein selbst eine leicht grüne, krautige Note mitbringt.
00:19:30: Das kann zum Beispiel sein ein grüner Weltliner das kann sein ein Soviet Blanc.
00:19:36: man könnte auch einen Weißbegunter matchen.
00:19:38: oder zum Beispiel so der kleine Soviet-Blanc Deutschlands wie oft gerne genannt wird.
00:19:42: der Müller Turgaer oder der Klassiker schlechthin ist natürlich der Silvana.
00:19:46: aus feinden Freunde machen das waren sie die fünf
00:19:49: größten Weinfeinde.
00:19:53: Das müssen ja nicht die besten Freunde werden, aber irgendwie das man diplomatisch gesagt einfach miteinander klarkommt.
00:19:59: Das waren ganz gute Hacks von dir, Lu?
00:20:00: Danke schön.
00:20:01: Ich hab mir Mühe gegeben!
00:20:03: Falls noch Fragen offen sind schiefeddika.de oder slidet gerne in unsere D-Ams auf Instagram.
00:20:10: wir beantworten gerne alles oder nehmen es mit in die Folge und falls ihr Wünsche habt Themenvorschläge beispielsweise dann immer her damit.
00:20:18: Und
00:20:18: falls es euch gefallen hat, wir freuen uns über Sterne.
00:20:21: Positive Bewertung und natürlich die Glocke, die ihr abonnieren könnt immer wieder Montags!
00:20:26: Cheers der Weint-Podcast mit Lu und
00:20:28: Jonas!
00:20:29: Bis
00:20:34: nächste Woche!
00:20:37: Tschüss!
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