178: Wein & Klimawandel (Cheers Classics)

Shownotes

Starkregen, langanhaltende Trockenperioden oder extreme Hitze – die Folgen der Erderwärmung wirken sich auch auf den Wein in deinem Glas aus. Welchen Herausforderungen sieht sich der Weinbau in den nächsten Jahren gegenüber? Und gibt es möglicherweise auch positive Auswirkungen des Klimawandels auf die Produktion von Wein – Stichwort Aromatik? Prof. Dr. Hans Reiner Schultz ist Präsident der Hochschule Geisenheim. Er lehrt und forscht seit über zwanzig Jahren zum Thema Wein und Klimawandel und erklärt dir in dieser Folge, wie sich steigende Temperaturen und wechselhaftes Wetter auf die Produktion von Wein auswirken.

Wein der Woche: Rebengasse PIWI Bianca & Aletta trockenAls trocken ausgebaute Cuvet von Bianca und Aletta eignet sich dieser Weißwein wunderbar zu Fisch, Meeresfrüchten, Salaten oder auch Spargel, Tomaten und Zucchini. Der pilzwiderstandsfähige Wein ist außerdem im Geschmack fruchtig-aromatisch und hat einer feine Säurestruktur!

Weinlexikon: H wie Histamin Histamin gehört zur Gruppe der biogenen Amine. Es wird vom Körper selbst produziert und kann zusätzlich durch die Nahrung aufgenommen werden. Eine besonders hohe Konzentration an Histamin findet man zum Beispiel in gereiftem Käse, Wurstwaren, in geräuchertem und / oder konserviertem Fisch, Sauerkraut, fermentierten Soßen und vornehmlich in schweren, gereiften Rotweinen.Möchtest Du uns eine Frage stellen, etwas loswerden oder ein Thema vorschlagen? Dann schreib uns gerne an cheers@edeka.de. Wir freuen uns, von Dir zu hören – Cheers!Weitere Infos zu unserem Podcast findest Du unter edeka.de/cheers. Besuche uns auch gerne auf Instagram: https://www.instagram.com/cheers_weinpodcast/

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo!

00:00:00: Bevor wir mit der Folge starten, ganz kurz.

00:00:02: Wir machen gerade eine kleine Podcastpause aber ihr müsst natürlich trotzdem nicht auf den geliebten Cheers-Input verzichten denn wir haben euch unsere Lieblingsfolgen rausgesucht.

00:00:12: Wein und Klimawandel ist definitiv einer der Cheers Top-Folgen.

00:00:16: es ganz am Anfang unserer Podcastreise entstanden zusammen mit Dr.

00:00:19: Rainer Schulz dem Präsidenten der Weinen Uni in Geisenheim.

00:00:22: weil inzwischen so viele neue von euch dabei sind dachten Die bringen wir noch mal zurück zum regulären Hören.

00:00:28: Also schenkt euch ein Glas ein, lehnt euch zurück!

00:00:30: Viel Spaß mit der Folge.

00:00:32: und schon ganz bald nämlich am nächsten Montag also am vierten Mai sind wir wieder da – Mit einer frischen Episode.

00:00:38: es geht dann in die Provence.

00:00:53: Ich bin ja ein bisschen zum Tietrinker geworden, ne?

00:00:55: Ich habe ja so Kaffee ... Freund war noch nicht wieder... Bei mir ist ja immer so.. Es gibt dann so Gesundheitsansätze Hab ich dir mal erzählt.

00:01:02: Und ich kann ja nur ganz oder gar nicht, ne?

00:01:05: Und dann lasse ich irgendwie Kaffee weg, dann lass' ich tierische Produkte und Fette weg...

00:01:08: Hast du schon mal erzählt über so richtige Hardcore auf... Ja

00:01:10: aber dann immer noch für einen Moment!

00:01:12: Das ist so gefährlich,

00:01:13: ne?!

00:01:13: Weil es dann so hat ihr diesen Ping-Pong-Effekt.. Oder wie nennt man das?

00:01:16: weißt Du also...

00:01:16: Ping-pong.

00:01:17: Ja, balance is key.

00:01:18: Balance is Key.

00:01:19: Balance

00:01:19: Is Key.

00:01:20: Genau.

00:01:20: Und das hast du mir ja schonmal gesagt und habe mich auch ein bisschen praktiziert um gelernt.

00:01:23: Aber ich wollte erzählen Ich bin jetzt so Tee Trinker geworden und du hast mich hier einmal gemahnt und meinst so Naja Also wenn man da so einen Kaffe trinkt dann gleich in Weiner drauf So richtig gut passt es nicht

00:01:31: Ja, aber dann kommt's auch drauf an was du für einen Tee trinkst.

00:01:33: Also weil es gibt ja auch Themen mit ordentlicher Erbstoff also zu schwarzer Tee oder sowas ist der dann eigentlich...

00:01:37: Das gleiche ne?

00:01:38: Ich würd nicht sagen das Gleiche.

00:01:39: ich glaube schon dass die Gerbs eurem Kaffee nochmal ein anderes bzw ähnliches.

00:01:43: oder wenn wir jetzt ein Schwarztee oder irgendwas da gleich

00:01:45: haben.

00:01:45: Also sollte ich jetzt noch ein bisschen warten bezüglich.

00:01:47: und wir trinken erst uns im Wein der Woche und dann... Wir

00:01:51: konzentrieren uns jetzt immer auf das wesentliche.

00:01:53: Das Wesentliche is heute unser Top-Thema Ein Thema was allseits Omnipräsent ist nämlich Klimawandel In unserem Fall der Wein- und Klimawandel.

00:02:01: Du hast einen hervorragenden Gast, den Gast bisorg mit dem man sprechen muss, wenn man über das Thema sprechen möchte?

00:02:07: Ja wir haben heute zu Gast den Professor Dr.

00:02:09: Rainer Schulz.

00:02:09: Wir stellen ihn gleich noch mal vor.

00:02:11: ich bin sehr froh dass er heute die Zeit gefunden hat mit dabei zu sein.

00:02:14: aber viel beschäftigter und viel Mensch der viel unterwegs ist.

00:02:19: Und wir starten jetzt erstmal kurz von unserem Wein der Woche passt auch eigentlich so ein bisschen ins Thema

00:02:26: Der Wein der Woche

00:02:28: Denn wir haben heute nochmal eine Küwe, eine Weißweinküwe wie man so will aus zwei pilzwiderstandsfähigen Rebsorten.

00:02:38: Und der Wein heißt Rebengasse Bianca und Alletta.

00:02:44: Pilzwiederstand kann man ganz kurz sagen hat diese niedliche Bezeichnung Piwi

00:02:49: Richtig, kurz vom Pivis.

00:02:52: Wer sich für pivis- bzw.

00:02:54: pilzwiderstandsfähige Rebsorten interessiert, der hört einfach unsere Folge zum ökologischen Weinbau an mit unserem Gast Randolf Kauer.

00:03:02: Da haben wir ausführlich über diese Art von Rebsorben gesprochen.

00:03:06: Rebengasse steht auf der Flasche!

00:03:07: Rebendasse ist ein sehr buntes Etikett?

00:03:09: Ja, eine kleine Blümchen.

00:03:11: Trocken ausgebaut und... Wo kommt

00:03:13: er her?

00:03:13: Ungarn.

00:03:14: Was

00:03:15: hab ich noch nie getrunken?

00:03:16: Weine aus Ungarn?

00:03:17: Warte mal hier,

00:03:17: komm.

00:03:20: Wein aus Ungarn.

00:03:24: Also fruchtig, aromatisch.

00:03:27: Ja, also ein bisschen Cabernet Blanc meint ich mit drin.

00:03:31: Gefällt?

00:03:32: Gefällig!

00:03:34: Aber ist jetzt positiv gemeint von mir.

00:03:36: Positiv

00:03:36: gemeint und wir ziehen glaube ich direkt den Schwenker rüber vor diesen Pilzwiderstand.

00:03:41: zu den Gräbsorten beziehungsweise den Pivis.

00:03:43: zu unserem eigentlichen Thema heute

00:03:47: Ja, zu dem Thema Wein- und Klimawandel.

00:03:50: Unser unserem Gast Prof.

00:03:51: Dr.

00:03:52: Hans Rainer Schulz den du kennengelernt hast an der Universität

00:03:56: wo du studiert hast?

00:03:57: In Geisenheim!

00:03:58: Ich sage immer so schön wo du Wein studiert hattest.

00:04:00: Und

00:04:00: ich wachschele in Geisenhain im Rheingau.

00:04:03: er ist der Präsident der Hochschule Geisenham University und lehrt und forscht seit... ...neunzentfünfeinundneinzig meine ich in Geissenheim und Schwerpunkt wird mich vielleicht gleich korrigieren allgemeiner Weinbau unter ihm auch Forschung zum Thema Klimawandel.

00:04:19: Und ist viel unterwegs, glaube ich?

00:04:20: Wir sagen erst mal herzlich willkommen Prof.

00:04:21: Dr.

00:04:21: Hans-Reiner Schulz!

00:04:22: Herzlich Willkommen!

00:04:24: Hallo zusammen!

00:04:25: Er viel beschäftigt und viel unterwegs oder?

00:04:28: Ja

00:04:28: beides.

00:04:29: Heute heute mal zu Hause?

00:04:31: Heute mal im Büro ja.

00:04:32: Du hast in Frankreich glaube ich gearbeitet in Australien auch in Kalifornien oder?

00:04:37: Ja.

00:04:38: Zuerst in Kalifornien, dann in Frankreich und dann in Australien.

00:04:43: Alles richtig!

00:04:44: Und Lu has ja gerade erwähnt du forscht seit über zwanzig Jahren in Sachen Klimawandel?

00:04:50: Das bedeutet ja dass deine Expertise weltweit brandheißgefragt ist oder?

00:04:55: Also ich habe angefangen eigentlich nach dem Klimagipfel in Rio.

00:04:59: das war so ein Aha-Erlebnis.

00:05:01: damals waren wir noch in Kaliforien drei, vierundzwanzig Jahre her.

00:05:08: Und dann wurde ich von den Australien eingeladen einen solchen Übersichtsartikel zu schreiben in einem Wissenschaftszeitschrift über mögliche Effekte vom Klimawandel auf Weinbau.

00:05:18: Der kam dann zweitausend raus und das war eigentlich so der erste große Übersichtstitel, der auf die möglichen Auswirkungen hingewiesen hat Dadurch, dass das dann in den Jahren danach immer mehr zum Thema geworden ist.

00:05:34: Es ist natürlich das immer weiter aufgepoppt und gleichzeitig bin ich eben auch Präsident der Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsgruppe der OEV oder Internationalen Organisationen Farib & Wein wo das Thema natürlich auch ein Oberthema ist weil da sind natürlich fünfzig Länder angeschlossen die von Australien bis zum hohen Norden alle unterschiedlichen Bedingungen haben, ja.

00:05:59: Diese

00:05:59: Darstellung wie viel du zutun hast und wo überall auf der Welt und wieder eine Expertise gefragt ist dient auch ein bisschen dazu nochmal vielen vielen Dank zu sagen in dieser Stelle also ein bisschen lobrudelai weil ich finde jemand der wirklich jeden tag sich mit diesem thema beschäftigt um das international und ich darf es glaube ich sagen die familie hat dass du jetzt Zeit für uns findest.

00:06:19: vielen

00:06:20: dank.

00:06:21: Wie liegt das Thema ja auch irgendwie am Härte?

00:06:23: Jetzt wird es nicht so lange machen.

00:06:26: Ich glaube, den Standardsatz-Thema um jetzt mal direkt einzusteigen, den man immer hört wenn man das Gespräch auf Klimawandel eng oder ist aufpoppt Da ist immer so dieser eine Satz, der eigentlich immer fällt.

00:06:39: Das Klimawandel, das Klima hat sich schon immer geändert und hör mir auf!

00:06:42: Und auch wir hatten früher Extremjahre... Das

00:06:44: passiert immer wieder?

00:06:45: Ich war gerade auf Mallorca mit einem Bauern mich länger unterhalten, da war das gleiche Wir saßen abends zusammen, auch beim Wein und er hat dann auch gesagt Ja, weil ich hab gefragt was für Auswirkungen hatte das.

00:06:53: Er meinte ja es läuft nicht so gut grade, wir haben Probleme.

00:06:56: Aber das war doch schon immer so und das wird schon wieder

00:06:59: Das wird schon wieder.

00:07:00: Und da ist halt einfach direkt meine Frage, wie eigentlich die Situation aktuell aussieht?

00:07:06: Also Deutschland natürlich aber auch vielleicht einmal wenn man das jetzt mal so abreißen kann weltweit...

00:07:12: Die klimatische Situation.

00:07:13: ...die

00:07:13: klimatischen Situation.

00:07:14: Ob das jetzt wirklich immer so war?

00:07:17: Ja in die Schwankung hat es natürlich immer schon gegeben und man muss ja auch dazu sagen dass wir direkte Messungen von der Temperatur ererben den meisten bei dem Bauregion maximal seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts haben.

00:07:31: Also in Geisenheim haben wir eine Zeitreise, das ist auch immer das Gefühl der Personen die da drin stecken ja es geht hoch und runter.

00:07:41: aber Fakt ist dass wir viele Daten haben die eigentlich zeigen dass das was wir im Moment erleben in den letzten, sag ich mal nach dem Grund genommen nach, neunzehntetachzig mehr oder weniger ist eigentlich überall in allen Regionen der Welt zu beobachten.

00:08:01: Starker Temperaturanstieg, das teilweise deutlich schon über die eins Komma fünf Grad und ein bisschen verdeckt wurde dieser Klimawandel oder diese Anstieg auch durch den Menschen selbst weil wenn man mal schaut Nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Temperaturen in den meisten Regionen zurückgegangen.

00:08:22: Und das hatte damit zu tun, dass die Maschinerie der Industriefabriken wieder angelaufen sind und man so viel Schwefelerosol in die Luft gepumpt hat, dass es wirklich zu einer Abkühlung kamen.

00:08:34: In manchen Regionen ungarischer Wein habt ihr da ja im Ungarn ist es teilweise um über zwei Grad im Durchschnitt runtergegangen.

00:08:42: Abgefahren!

00:08:43: Bis Anfang den Neunzeightzig und seit Achtzig sieht man das egal wo, dann hat man auch angefangen die Umweltgesetze zu machen, Filter einzubauen

00:08:50: etc.,

00:08:52: hat also wieder aufgeräumt und gleichzeitig kam eben deutlich stärker auch diese klimatischen Veränderungen.

00:08:58: Und wo man's halt eben gravierend sieht ist im Moment gerade ich meine Spanien Wasser oder auch Kalifornien.

00:09:05: und selbst bei uns Wenn wir mal zurückgehen, da reden wir in der Wissenschaft von so was wie Wasserbilanz.

00:09:12: Also wie viel verdunstet und wie viel kommt von oben über Niederschlag runter?

00:09:18: Und wenn man sich diese jährliche Wasserbilance anschaut seit wir diese potenziellen Verdunstungswerte berechnen können also ungefähr seit siebzig Jahren dann sieht man das kommt in Zyklen aber es wird immer negativer.

00:09:34: Und wenn der Zyklus wieder hochgeht, dann sagt er Mensch oder auch das war ja gar nicht so schlimm.

00:09:39: Wir wollen gleich mit dir nochmal über das Thema künstliche Bewässerung aussprechen.

00:09:43: Ich würde gerne mal wissen du hast das Thema Wasser jetzt angerissen.

00:09:46: sind denn die Probleme in jedem Weinanbau-Land gleich?

00:09:49: Oder kämpft eigentlich jedes Weinanbauland bzw.

00:09:53: Weinanbaugebiet mit einer anderen klimatischen Herausforderung?

00:09:57: Die sind eigentlich alle unterschiedlich.

00:10:00: Vielleicht am besten kann man das illustrieren.

00:10:03: Nehmen wir mal die USA, eben habe ich gesagt Kalifornien extreme Probleme, die gesamte Westküste eigentlich also nicht nur Kalifornie Probleme mit Trockenheit aber an der Ostküße der Vereinigten Staaten Also in den Weinbauregionen der Finger Lakes Long Island da nimmt zum Beispiel nehmen die Niederschläge zu und Das ist eigentlich auch so ein Indikator.

00:10:29: Das geht wirklich nach den Modellansätzen, die vor zwanzig Jahren schon verwendet wurden und man kann das heute ganz genau je nach Region

00:10:39: verfolgen.".

00:10:40: Das

00:10:40: heißt du könntest jetzt gar nicht zusammenfassend sagen was die größte Herausforderung für dem Weineanbau provoziert durch den Klima?

00:10:47: Wandel ist.

00:10:48: Nein, weil die Herausforderung ist unterschiedlich für jede Region.

00:10:52: Darf ich gerade direkt nochmal fragen?

00:10:53: Wir hatten ja jetzt im vergangenen Jahr diese extremen Starkregen in Vereinsten Regionen aber eigentlich, ich weiß nicht korrigier mich, aber eigentlich schon flächendeckend in Deutschland.

00:11:03: Warum ist es so?

00:11:04: um da auch das Verständnis nochmal ein bisschen zu kriegen bei unseren Zuhörerinnen?

00:11:09: Warum sind diese lang anhaltenden Trockenperioden So schwierig, wenn gleich darauf dieser Starkregen eintrifft?

00:11:16: jetzt speziell im Hinblick auf den Weinbau.

00:11:19: Also ganz kurz zu sagen eine Bodenoberfläche die ausgetrocknet ist und dann kommt Wasser drauf die nimmt dieses Wasser nur zum ganz kleinen Teil auf.

00:11:30: das heißt der größte Teil läuft an der Oberfläche runter.

00:11:34: Für zu Erosion spült den Oberboden ab.

00:11:38: Und das muss man auch dabei berücksichtigen, in diesem Oberbohden ist unglaublich viel Kohlenstoff gespeichert.

00:11:44: Das ist der Kohlenstoffspeicher... ...in unseren landwirtschaftlichen Böden und wenn er oben wegfließt dann wird dieser Kohlenstock als CO-II wieder freigesetzt.

00:11:54: Da haben wir so einen doppelten Effekt.

00:11:56: Ach, da ist es sich zum Beispiel gar nicht okay!

00:11:58: dass wir so unterschiedliche jahre haben also achtzehn neunzehnt zwanzig extrem heiß und trocken einen zwanziger extrem feuchtsweinzwanzig wieder extremen heißen trocken.

00:12:08: das liegt daran, dass wir hier befinden uns in deutschland in so einer art übergangszone.

00:12:12: es kann eben in die eine oder andere Richtung umschlagen.

00:12:17: Und das macht es auch so schwer, da drauf zu reagieren.

00:12:20: Wenn ich im Mittelmeerraum bin, dann weiß ich ganz genau... Ich muss mich auf extreme Trockenheit einstellen und ich weiß mittlerweile auch genau dass die Ernte in den meisten Fällen Mitte September drin sein muss weil dann die Starkregenereignisse kommen und die kommen dann in den Bereichen zu deutlich höheren Werten als das bei uns der Fall ist.

00:12:39: Mega spannend.

00:12:40: Also ich sitze total gefestet hier, Jonas auch weil wir haben eben schon vorhin immer kurz gesprochen und wir haben beide gesagt dass das Thema so interessant ist.

00:12:47: und weil du gerade das mit dem CO-II angesprochen hast, du betreist ja sehr viele Forschungsprojekte in Geisenheim.

00:12:54: Es gibt ja dieses, ich sag immer, dieses UFO-Projekt.

00:12:57: Nicht falsch verstehen was da irgendwie immer hinten wenn man Richtung Rödesheim fährt oder irgendwo liegt und das auch nochmal zu erläutern für alle die das nicht wissen welche Auswirkungen haben denn überhaupt diese steigenden CO² Werte auf den Weinbau beziehungsweise die Rebe?

00:13:14: weil wir Menschen nehmen es ja nicht wirklich wahr aber die Pflanze ist ja wirklich ein sehr... Entschuldigung, unsere Rebe ist ja ein sehr sensibles Lebewesen, hätte ich beinahe gesagt.

00:13:23: Ja das UFO-Projekt... Was

00:13:27: ist das genau?

00:13:28: Ein Zukunftsprojekt oder...?

00:13:29: Ja es nennt sich... Es ist ein Face System und Face steht nicht für Facebook oder sowas sondern Free Air Carbon Dark Side Enrichment.

00:13:40: Das bedeutet dass ist eine Klimaforschungsinfrastruktur Die im Feld, also draußen in Freiland die CO-Konzentration auf die Höhe anheben kann wie wir sie zwanzig fünfzig erwarten.

00:13:57: Also etwa zwanzich Prozent mehr als wir heute haben.

00:14:00: Ganz kurz das heißt ihr beschäftigt euch mit der Frage Wie würde Weinanbau in rund dreißig Jahren aussehen?

00:14:05: Für Wein und für Gemüse Und CO zwei an sich ist für Pflanzen ja nicht schädlich sondern eher positiv weil sie Fote Synthese fördert.

00:14:16: Es gibt aber sehr viele Sekundäreffekte und wir wollten einfach oder wollen einfach wissen, wie sieht das in dreizig Jahren aus?

00:14:24: Der CO-Anstieg ist ein schleichender Prozess.

00:14:27: Das was wir in dreißig jahren erwarten ist ungefähr so viel Anstieg wie wenn die letzten dreizig Jahre schon gehabt haben.

00:14:33: da ist ja schon etwas passiert Und wenn man schaut was wir da bisher rausgefunden haben dann wäre nicht überraschend dass der ertrag höher werden könnte.

00:14:45: Aber was wir zum Beispiel dort sehen, wir haben zwei Rebsorten Riesling und Cabernet Sauvignon.

00:14:51: Wir sehen das die Struktur von der Frucht sich verändert.

00:14:55: Und dass es so ist, dass beim Cabernets Sauvignon, der jetzt eine Art lockere Traubenstruktur hat,

00:15:02: d.h.,

00:15:03: er ist sehr wenig anfällig für Pilzkrankheiten

00:15:06: z.B.,

00:15:08: der wird auf einmal deutlich kompakter... weil sich das Traubengerüst weniger streckt, aber die Bären dafür viel dicker werden.

00:15:18: Und beim Riesling ist es zum Beispiel unverändert.

00:15:21: Das heißt, das Traubengerüst, die Frucht wird größer, aber der Lockerbehrigkeitsindex verändert sich nicht.

00:15:27: und da kann man jetzt schon mal absehen dass für solche Pflanzenkrankheiten wie Feulenis also Betrittes durchaus in dreißig Jahren einen Kavanäner anderen Schutz braucht als dass die Winzer von ihm heute gewöhnt sind.

00:15:44: Verstehe, das ist nachvollziehbar.

00:15:45: Wenn du sagst, es fördert das Wachstum erst mal so Fotosynthese?

00:15:49: Das finde ich spannend!

00:15:49: Wir haben gerade eben auch oder ihr beide ausführlich über den Starkregen die Herausforderung gesprochen... Was macht denn grundsätzlich die Hitze dann mit dem Weim bzw.

00:15:57: mit der Rebe oder der Beeren?

00:15:59: Ja natürlich auch ziemlich komplex.

00:16:01: aber als erstes Reben sind ja sehr trocken, tolerant und eigentlich lieben Wärme.

00:16:08: Also das ist nicht wie bei anderen Pflanzen.

00:16:12: aber hohe Temperaturen gerade während der Reifephase haben natürlich ihren Einfluss auf die Inhaltsstoffbildung deutlich weniger Einflüsse.

00:16:21: also wenn genug Wasser da ist und die Temperatur stimmt.

00:16:24: Die Temperatur kann auch deutlich höher sein dann läuft die Zuckerproduktion sozusagen ungehemmt.

00:16:29: Aber die Inhaltstoffe gerne haben, Aromastoffe oder beim Rotwein Farbstoffe oder Gerbstoffe.

00:16:37: Die sind alle an Zucker gebunden die wir kriegen einen ganz anderen Bildungsdynamik.

00:16:42: also der Zucker steigt weiter und das entkoppelt sich ein Stück weit von anderen Inhaltsstoffen.

00:16:48: Das

00:16:49: bedeutet die Trauben mögen prall sein und schnell reifen aber nicht den Geschmack haben.

00:16:54: genau okay.

00:16:55: Also das heißt im Umkehrschluss, dass die komplette Vegetationsperiode ja auch ein Stück weit vorverlegt wird.

00:17:00: Ich glaube dann ist so die Challenge.

00:17:01: also um da jetzt auch nochmal den den die Hörerinnen abzuholen es glaube ich auch so die challenge wenn wir jetzt wirklich in der Praxis sind und vom Geschmacksbild sprechen.

00:17:09: Wir alle präferieren Wein im Kühlkleimitz die sage ich jetzt mal oder ich würde sagen die Mehrheit Der weintrinkenden Menschen Und dann ist glaube ich diese Herausforderung Zucker und halt eben auch vor allen Dingen Säure im Gleichgewicht zu halten.

00:17:24: Und dementsprechend auch Alkohol, oder?

00:17:26: Ja genau das sind ja so die primären Indikatoren.

00:17:33: Das ist ja auch die höchsten, sag ich mal Mengen.

00:17:35: Aromastoffe in den Mengen sind ja eigentlich deutlich niedriger, auch wenn wir sie extrem stark empfinden.

00:17:41: Die Herausforderung ist natürlich gerade in so Jahrgängen und auch zwanzig diese Balance hinzubekommen.

00:17:51: Nicht die extremen Alkoholwerte, aber noch ein bisschen Säure drin zu haben um diese Frische gerade über Weißwein beizubehalten.

00:17:59: Das klingt

00:18:00: irgendwie nach Stress für die Rebe oder?

00:18:02: Und für die Pflanze und mindestens wahrscheinlich auch eine Leistungsfähigkeit.

00:18:05: Ja natürlich wir haben ja auch so Phänomene wie Sonnenbrand.

00:18:10: der Stress kommt aber eigentlich erst durch die Kombination zwischen extrem langen Warmphasen und Trockenheit.

00:18:18: Dann wird es eigentlich problematisch, wenn wir warme Temperaturen haben und wir haben eigentlich eine ausreichende Wasserversorgung also bloß keine Dauerregen oder sowas dann ist das eigentlich kein Problem.

00:18:33: Das heißt es auch im Prinzip wenn du jetzt wirklich noch den trocken Stress hast, massiven trocken stress für die Rebe hast dass sich dann mitunter auch Fehlaromen entwickeln können oder das ist dann halt zu einem Inzerten.

00:18:44: Ja, ich sage mal die Herausforderung wird einfach größer auch nachher für den Winzer.

00:18:49: Man muss allerdings auswissen dass zum Beispiel manche Aromastoffe durchaus positiv auf einen gewissen Wassermangel reagieren.

00:18:57: Das kann durchaus positiv sein und manche aromatstoffe, die präferieren eigentlich einen guten Wasserhaushalt also eine genügende Wasserversorgung.

00:19:08: und diese Unterschiede differenziert eigentlich auch schon unterschiedliche Lagen zum Beispiel.

00:19:13: Eine trockene Lage hat dann einen Schwerpunkt auf den anderen Aurama-Stoff als z.B.

00:19:17: eine Lage, die einen sehr tiefen Boden hat.

00:19:21: Da würde ich gleich noch mal drauf zu sprechen kommen oder?

00:19:22: Darf ich

00:19:23: noch einmal kurz eingrätschen?

00:19:24: Ich wollte auch nochmal kurz fragen, weil wir gerade bei diesem Trockenestressthema sind was du von künstlichen Bewässerungsanlagen hältst und ob du da eine wissenschaftliche Meinung hast.

00:19:34: Weil ich war jetzt grad in Südafrika und habe mit einem Winzer gesprochen der macht im Swatland halt viel diese Old Wines Und du hast ja viele Bewässerungsanlagen, sag ich jetzt mal in gewissen Bereichen.

00:19:44: Auch an der Walker Bay von Winzern und der hat aber gesagt naja also eine Rebe braucht es eigentlich nicht und erhält von Bewässerung Anlagen gar nichts.

00:19:53: Aber wie siehst Du das?

00:19:55: Also da ist schon ein Stück weit was dran.

00:19:57: Das Problem ist im Grunde genommen irgendwann noch nicht Jetzt aber irgendwann würde dann der Wein-Anbau auch in Konkurrenz mit anderen Wasserverbrauchern aus der Landwirtschaft oder für die Industrie oder für die Menschen selbst eintreten.

00:20:15: Das ist ein kardinales Problem, da sollte man versuchen es auch anders zu lösen.

00:20:19: Wir haben das heute auch schon selbst in Deutschland, dass in manchen Gebieten schon gesagt wird hier keine Wasserentnahme mehr.

00:20:28: bis zu dem Punkt oder in mancher Bundesländern ist die Entnahmeausflüssen verboten?

00:20:33: In anderen ist die entnahme aus Flüssen erlaubt

00:20:36: etc.?

00:20:39: In der Forschung würde ich immer unterstützen wollen, dass wir das auf andere Art und Weise lösen.

00:20:46: Also durch andere Unterlagen.

00:20:48: Die Reben sind ja wegen der Reblos alle gepfropft.

00:20:51: Das heißt... Ich kann über die Unterlage auch den Grad an Trockenstress-Toleranz steuern.

00:20:59: Da ist auch die Forschung noch weiter dran um das zu verbessern.

00:21:03: Ich kann auch das Bodenmanagement da auch deutlich den Wasserverbrauch reduzieren.

00:21:10: Und dieses sogenannte Dry Farming ist mehr und mehr ein Muss, wenn man jetzt an manche Regionen in Kalifornien denkt.

00:21:20: Den wird's was abgestellt.

00:21:21: also was habe ich für eine Wahl?

00:21:23: Jetzt hast du schon Ideen und Ansätze genannt aber... nochmal zusammengefasst, also Starkregen, Trockenheit, Hitze.

00:21:29: Wir haben schon die leider inzwischen alltäglichen Voraussetzungen genannt und besprochen tendenzieigend eben gerade von Ludas Thema künstliche Bewässerung angesprochen.

00:21:38: aber welche praktischen Lösungsansätze beziehungsweise Empfehlungen gibt es denn überhaupt?

00:21:43: Da gibt's ein ganzes ein ganzen Strauß an Maßnahmen oder Möglichkeiten.

00:21:49: zum Beispiel wenn man eigentlich durch Europa fährt dann ist die dominante Anbauform, die wir haben – egal ob das jetzt Spanien oder Deutschland oder auch Italien ist.

00:22:02: Das ist was wir uns diese Spaliersysteme, die in Deutschland auch überall haben.

00:22:08: Aber man geht wieder verstärkt in den extrem trocken gebiedenen Südfrankreichspanien und auch in Italien oder Griechenland zu den ursprünglichen Anbau-Formen weil sie eine viel geringere Oberfläche hatten als das was unsere heutige Anbauform hat, die hat andere Vorteile.

00:22:28: Da kann man mechanisieren um mehr Wasser zu sparen.

00:22:32: und der anderen Punkt ist natürlich wie bewirtschaft ich mein Boden?

00:22:37: Arbeit ich mit Bodenabdeckung zum Beispiel mit Stroh um extremem Wasser zu Sparen?

00:22:44: und Bewässerungen ist in Ausnahmefällen natürlich eine Option.

00:22:51: Und dann ist die große Herausforderung, es eben auch richtig punktgenau zu steuern.

00:22:56: Weil wenn ich in Südfrankreich bin, da weiß ich, dass es zweieinhalb Monate nicht regnet.

00:23:01: Dann kann ich meine Dosis an Wasser eigentlich so gestalten wie die Rebe verbraucht.

00:23:07: Wenn ich aber hier bin in Deutschland, dann kannst du nächste Woche einen Gewitter geben und wenn ich diese Woche zu viel gebe, dann habe ich nächste Woche ein Problem.

00:23:15: Spannend!

00:23:16: Das klingt nach unfassbarem Wandel, finde ich.

00:23:18: Und mich würde jetzt interessieren... Was hast du für ein Gefühl?

00:23:21: Wir haben ja darüber gesprochen und du bist international unterwegs gefragt als Expertise.

00:23:25: Du forscht jetzt prozentual und vor allen Dingen global gesehen.

00:23:28: Nehmen die Winzer dieser Welt den Klimawandel und diese entstehenden Herausforderungen ernst?

00:23:35: wenn Ja eher die alten Winzer oder die jungen Winzer?

00:23:39: Also Ich habe den Eindruck Sie nehmen es extrem ernst.

00:23:45: Bei Winzern ist es ja auch immer so, wenn die heute eine Entscheidung treffen müssen was sie neu anpflanzen.

00:23:52: Dann steht diese Neu-Anpflanzung also im kürzesten Falle von zwanzig Jahre in, können aber locker fünfzig Jahre oder auch seventy oder hundert Jahre sein.

00:24:01: das heißt die Entscheidung die ich heute treffe als Winzer Die muss sich natürlich auf dem Markt beziehen Aber Sie Muss Ich Natürlich Auch Darauf Beziehen.

00:24:10: Was erwarte ich denn eigentlich in den nächsten?

00:24:14: Deswegen sind die eigentlich... Die haben einen höheren Aufmerksamkeitsgrad als das vielleicht bei anderen Kulturen.

00:24:22: Gerade bei so ein- jahres Kulturen, ne?

00:24:24: Weil du da halt kurzfristiger denken musst, sag ich jetzt mal ansteuern.

00:24:28: Und der zweite Teil, ob es eher die Alten oder die Jungenwinzer sind ... Ich glaube Da gibt es wenig Unterschied ehrlich gesagt, weil die alten Winzer.

00:24:37: Die haben ja ein Gefühl dafür was haben wir denn alles schon erlebt?

00:24:41: Und die sagen auf einmal sowas hatten wir noch nicht so und haben unterstützen natürlich dann entsprechend die jüngere Winser Generationen, die vielleicht an Dinge auch anders machen will als die Väter generation ist vielleicht noch gelernt hat weil sich das Umfeld verändert hat muss man dass was man vielleicht bei fünfzig Jahren gelernt hat Nicht noch mal fünf zwanzig Jahre weitermachen.

00:25:05: Mit deinem Blick und dem Forschungsstand, den du hast und eben gesprochen über Europa.

00:25:10: zum Beispiel könnte es sein dass in einigen Jahren dann bei uns in Europa Schweden und Norwegen führende Weihnationen sind?

00:25:16: Naja ob sie führen werden kann, kann man schwer sagen.

00:25:19: aber ich sage mal in den alten Weinbaubüchern wenn man da reingeschaut hat dann galt der fünftigste Breitengrad als nördliche Begrenzung des Weinanbaus.

00:25:29: Der fünftigste Breitengrad läuft genau durch Geisenheim durch.

00:25:34: Heute sind wir beim siebenundfünfzigsten Breitengrad, das ist in der Nähe von Göteburg oder auf der Nordhämisphäre.

00:25:42: England hat zwar schon zu römischen Zeitenweinen angebaut aber wahrscheinlich deutlich anders im Geschmack als heute ist.

00:25:49: und da sind wir bei dem Vier- und Fünftigsten Breitengrad.

00:25:52: Da ist natürlich ein Stück weit Vermischung drin zwischen dem was man vielleicht gerne als Hobby tollen Beruf ansieht, aber es ist auch ein Fakt dass man heute dort anbauen kann wo man gestern und vorgestern das nicht hätte gekommen.

00:26:09: Weinanbau in Gebieten wo's vorher nahezu undenkbar war haben wir eben darüber gesprochen.

00:26:14: Das ist ja bei all dem Negativen wo wir uns in dieser Folge eben unterhalten haben etwas Für viele vielleicht auch in der Region positiv.

00:26:22: Und deswegen auch grundsätzlich nochmal die Frage, gibt es vielleicht grundsätzliche positive Effekte der Klimaerwärmung für den Weinanbau?

00:26:30: Oder ist es grundsächlich... Ist die Herausforderung und der Wandel erst mal nur mit negativen Dingen behaftet?

00:26:37: Nein!

00:26:37: Es nicht nur mit negativem Dingen behauftet.

00:26:40: aber auch da muss man wieder Schauen von Region zu Region.

00:26:44: Wenn ich den deutschen Weinbau anschaue, also in den Zeiten wo ich selber in Geisenheim studiert habe... Ich hab' nünzelt achtzig angefangen!

00:26:51: Das ist für die alten Weinkenner ist das ein Katastrophenjahr gewesen.

00:26:56: Achtzig vier und achtzig sieben.

00:26:59: Da war einfach grundständig die Qualität nicht da.

00:27:03: Extrem niedrige Zuckerwerte, extrem hohe Säurewerte Und dass es heute viel viel stabiler Wage zu behaupten, wenn wir solche Jahrgänge wieder hätten einem globalen Markt wie er vor über vierzig Jahren noch nicht da war.

00:27:18: Da wäre der Deutsche Weimar weg vom Fenster.

00:27:20: also haben wir ganz stark profitiert.

00:27:21: aber dafür haben wir jetzt eben andere Dinge die uns beschäftigen und unter anderem das Luxusproblem vielleicht zu viel Zucker zu haben um so viel Alkohol zu produzieren Und aber anderen Regionen haben eben ganz andere Herausforderungen.

00:27:36: Wie gesagt, zum Beispiel Wasser ist wahrscheinlich global gesehen mit das größte Thema was die Nationen wie Australien, Südamerikaner, Chile, ganz krass Argentinien und Kalifornien also wirklich vom Wasser komplett abhängen,

00:27:55: extrem

00:27:55: beschäftigen.

00:27:57: Der Klimawandel bedroht unserem Planeten bzw.

00:27:59: bedrohrt viel mehr Unser Leben auf dem Planeten, viele stehen mit Ohnmacht entgegen.

00:28:04: Jetzt ist die Frage können wir als Konsumenten und Verbraucher eigentlich aktiv was tun?

00:28:09: Also als Weinträger zum Beispiel biodynamischen Wein kaufen?

00:28:12: verändert das etwas?

00:28:14: Ja, das ist natürlich auch eine komplexe Frage also bio-biodynamische Wein.

00:28:21: Das ist in Teilen natürlich umweltfreundlicher, weil wir keine schämig hergestellten Pestizide verwenden.

00:28:31: Wir haben.

00:28:31: aber im Bio Weinbau muss man auch ganz klar sagen, im biodynamischen Weinbau verwenden wir immer noch Kupfer, kupfer ist ein schwerer Mittel.

00:28:37: Das ist eine Riesen-Herausforderung für die Branche und zwar komplett unabhängig vom Weinbau, weil es wird in der Landwirtschaft genauso gehandelt hat.

00:28:45: Ich würde sagen, der Bio Weinbauch von heute ist nicht der Bio-Weinbauch van morgen.

00:28:49: Wir müssen ganz intensiv diesen Weinbau weiterentwickeln Und auch Lösungen für solche Problemfälle wie Kupfer etc.

00:28:58: finden, auch wenn wir die bis jetzt so nicht auf der Hand haben.

00:29:03: Der Weintrinker was er machen kann und ein ganz großes kardinales Problem, wenn man das nur von der klimatechnischen Sicht betrachtet ist die Flasche

00:29:13: Stichwort Flasche.

00:29:14: Das CO-Zweifussabdruck von Wein ist mehr als die Hälfte der Flaschen.

00:29:18: Wow!

00:29:19: Also das Gewicht, ne?

00:29:20: Wir hatten dazu jetzt gerade eine

00:29:21: Verkostung

00:29:22: in Aluminiumdosen, meine ich... Ja

00:29:24: also solange der Verbraucher zum Beispiel, wenn man dem Verbrauchern zwei Fleischen in die Hand gibt, die identisch ausschauen, identisches Etikett hat und er nimmt sie in die hand und er hat automatisch das Gefühl, die schwerere Flashe hat den wertigeren Wein drin so lange dass ausgeprägt ist haben wir da in der Branche ein Problem.

00:29:45: Und wenn er Wein trinkt und auch da kommt es im Moment zu einem Umdenken, Tetrapak zum Beispiel, also Kartons die ja so als billig usw.

00:29:57: Entstempel haben aber von der klimatechnischen Seite deutlich besser als Glas.

00:30:05: und bei Glas müssen wir natürlich schauen das ist ein historisches Das ist ein innertes Verpackungsmaterial, aber wir müssen die Recyclingrate deutlich höher fahren.

00:30:17: Wir haben beim Wein kein Mehrwegsystem wie zum Beispiel bei Bier oder bei Mineralwasser.

00:30:23: Das sind alles Themen, die die Branche beschäftigen einfach weil sie auch einen Beitrag leisten möchte dass die CO² Emissionen der Sieben Komma fünf Millionen Hektar Rebflächen auf diesem Planeten halt eben auch nach unten gehen.

00:30:40: Wow, ist da vielleicht noch ganz kurz gefragt.

00:30:42: Ist Verschlussarten spielt es auch eine Rolle?

00:30:44: Ja Kork also wenn man jetzt den CO-Balance von Kork nimmt er die sind natürlich deutlich besser als wenn ich einen Schraubverschluss habe weil das ist ein nachwachsender Rohstoff Kork Eichen produzieren ihn damit wird wieder CO² aus der Luft genommen und dann wird eben diese Kork Rinde dadurch synthetisiert.

00:31:03: Das muss man auch wieder ins Bewusstsein rücken.

00:31:06: Der Kork hat ja bei uns dann irgendwie Dann mal negativen Touch bekommen, weil wir eben diese Korkgeschmack dann vermehrt hatten.

00:31:14: und ist natürlich auch einfacher ist ein Schraubverschluss zu haben als einen Kork wieder reinzudrücken.

00:31:21: Es sind alles so Dinge Aluminium CO zwei Fuß abdrückt oder auch die Etiketten mit Kleber.

00:31:28: Kunststoffverschlüsse sind jetzt also aus nachwachsenden Rohstoffen, die werden bei uns in Geisenheim und der Önologie.

00:31:35: Die haben ganze Serien von Leichglasflaschen mit Kunststoff verschlüssen jetzt mit Etikettenformen, Aber

00:31:50: ich finde, das ist ein sehr guter Hinweis.

00:31:55: Weil es ja auch immer noch so eins der größten Weinmühten ist, was du gerade gesagt hast naja schwerer Flasche gleich guter Wein.

00:32:01: und ich glaube davon muss man sich mal so ein bisschen befreien von dem Gedanken.

00:32:04: und weißt du wenn du sagst naja das ist den Beitrag den wir leisten können vielleicht ein bisschen mehr darauf zu achten.

00:32:09: Ich weiß dass mittlerweile viele oder einige Weinkritiker auch darauf achten tatsächlich wie schwer die Flaschen sind oder merken das auch an und ich finde es begrüßenswert.

00:32:22: Hans Rainer Schulz, das sind klare Worte finde ich muss ganz ehrlich sagen.

00:32:25: Ich

00:32:26: war super spannend.

00:32:27: also wirklich

00:32:29: Klimawandel und auch Weinbau im Wandel dadurch und zwar extrem das hätte ich nicht gedacht an vielen Stellen Vorab.

00:32:37: schon mal vielen, vielen Dank für das Gespräch.

00:32:39: Wir kommen gleich zu Cheers Compact, also Wein- und Klimawandel zusammengefasst.

00:32:43: Jetzt wollen wir ganz kurz mal ins Wein-ABC mit Lu schauen.

00:32:47: Und da haben wir heute den Buchstaben Harvey Histerminlu.

00:32:54: Kennt ja viele so, ah Rotwein.

00:32:55: Ich hab Kopfschmerzen im nächsten Tag und ich dachte wir machen dazu mal zwei oder drei Sätze damit man sich ein bisschen besser auskennt woher das kommt.

00:33:04: Also Histamine gehört grundsätzlich erstmal zur Gruppe der biogenen Amine und wird in erster Linie erst einmal vom Körper selber produziert und zusätzlich können wir Histamin halt eben auch über die Nahrung aufnehmen.

00:33:16: Und eine besonders hohe Konzentration an Histamin findet man zum Beispiel im Greif dem Käse Wurstbahn geräuchertem und oder konserviertem Fisch, aber auch zum Beispiel bei fermentierten Produkten wie z.B.

00:33:28: Sauerkraut oder weiß ich nicht so ja so.

00:33:31: Und dann natürlich auch, das heißt natürlich, aber eben auch in greifend schweren vielleicht auch mit unterbarrik ausgebauten Rotwein.

00:33:41: Das Problem ist dass die Histaminkonzentration zwar bei diesen Lebensmitteln also bei den Lebensmittel, die ich zuvor aufgezählt habe höher ist, diese Histaminwirkung verstärkt.

00:33:54: Und normalerweise baut der Körper Histamin ganz einfach im Dünndarm, mithilfe des Enzymps, Diaminoxidase ab kurz auch da, aber wenn diese Funktion gestört ist kann es halt eben zu einer Histamin Unverträglichkeit kommen.

00:34:06: das heißt der Körper reagiert zum Beispiel in eine laufende Nase roten verquollen Augen keine Ahnung Kopfschmerzen oder auch mit Magenproblemen.

00:34:15: was kann man dann machen?

00:34:16: also naja

00:34:17: eigentlich Kannst du die Produkte nur meiden und vielleicht auch darauf achten, dass du beispielsweise einen schweren Rotwein sag ich jetzt mal nicht konsumierst.

00:34:26: Auch noch mit dem Parmesan.

00:34:27: Dass man versucht das ein bisschen runterzufahren.

00:34:32: Eigentlich kann ich da gar keine Handlungsempfehlung.

00:34:34: Ich kann nur sagen, man sollte es meiden und wenn man wirklich der Meinung ist dass man eventuell unter einer Histaminintoleranz leidet dann sollte man einfach in aller Logan aufsuchen und er wird dann einen beraten.

00:34:44: Tatsache ist aber auch das dieses Feldhistamin Und diese Wirkung auf dem Körper und wie man jetzt feststellen kann ob man an einer Histamine Intoleranz Leidet noch gar nicht so gut feststellen Kann ja.

00:34:56: Aber deswegen wer meint der hätte sowas vielleicht lieber zu einem weißwein greifen mal seine Reaktionen beobachten und gegebenenfalls wie gesagt einfach in allerlogen aufsuchen.

00:35:04: Ja, das wäre so meine persönliche Empfehlung oder so.

00:35:07: aber jetzt auf keinen Fall anfangen hier selber Dieten zu machen.

00:35:09: Aber das ist nur die Begründung warum manche Leute kennen sich immer diesen Standard Satz?

00:35:14: Warum die Leute darauf reagieren können.

00:35:19: Jetzt nochmal ganz offiziell, Wein- und Klimawandel Hans Rainer Schulz.

00:35:22: Vielen vielen Dank!

00:35:23: Also ich glaube ich erzähle keinen Unsinn wenn ich jetzt sage Lou wir könnten noch Stunden zuhören oder?

00:35:27: Ja es war wirklich sehr sehr spannend und auch an dieser Stelle nochmal vielen dank für deine Zeit.

00:35:31: ja es war so eine richtige Folge mit Mehrwert und auch mit auch jetzt schlutzendlich in der Nummer mit dieser.

00:35:35: ich hätte bei einer gesagt schon Handlungsempfehlung über was kann man eigentlich selber machen oder welchen Beitrag kann man actually leisten?

00:35:41: also Ich bin richtig happy.

00:35:43: gerade das fand's richtig gut.

00:35:45: Umdenken ist gefragt.

00:35:46: Ja

00:35:48: Richtig

00:35:49: Danke, Hans-Reiner.

00:35:51: Gerne und dann noch viel Spaß beim Pilztoleranten Wein!

00:35:55: In diesem Sinne?

00:35:57: Tschüss!

00:35:58: Schickt uns eure Fragen at edeka.de und schaut auch mal bei Instagram vorbei und wir freuen es natürlich immer über fünf Sterne.

00:36:06: Tschüss.

00:36:10: Dieser Podcast wird euch präsentiert von Edeka.

00:36:14: Wir lieben Lebensmittel.

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