EP 175: Nachhaltigkeit & Klimawandel 2.0 – Wie er Weinbau in Höhenlagen beeinflusst – mit Andreas Schumann

Shownotes

Was passiert, wenn man in der Pfalz einfach 300 Höhenmeter nach oben geht? Die Lese verschiebt sich um fast drei Wochen, die Nächte sind kühler, die Säurestruktur eine andere – und was viele noch vor 25 Jahren für Wahnsinn hielten, gilt heute als zukunftsweisend. Lou und Jonas sprechen mit Andreas Schumann vom biodynamischen Weingut Odinstal, dem höchstgelegenen Weingut der Mittelhaardt, über Höhenlage als Antwort auf den Klimawandel, über späte Reife, phenolische Reife und die Frage: Romantisieren wir Höhenlagen gerade – oder sind sie wirklich die Strategie der Stunde?

Wein der Woche Odinstal Riesling Buntsandstein 2023 – Pfalz, Deutschland Gewachsen auf den roten Sandsteinböden der Monopollage Odinstal, auf über 300 Metern über dem Meeresspiegel. Biodynamisch bewirtschaftet, Demeter-zertifiziert, spontan vergoren, unfiltriert abgefüllt. Der Buntsandstein bringt spielerische Eleganz ins Glas: florale Noten, reifer Pfirsich, feine Zitrusfrucht, knackige Säure mit angenehmer Mineralität. Leichtfüßig und präzise – ein Riesling, der seinen Boden trägt, ohne es zu erklären. Alle drei Odinstal-Terroir-Rieslinge (Buntsandstein, Basalt, Muschelkalk 2023) sind bei Lobenbergs Gute Weine erhältlich: gute-weine.de

Nächste Woche geht es weiter mit Teil 2 & Andreas Schumann

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Altershinweis: Dieser Podcast beschäftigt sich mit Wein und hat einen Bezug zu Alkohol. Der Inhalt ist ausschließlich an Personen ab 16 Jahren gerichtet.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn wir über Klimawandel im Weinbaus sprechen, dann klingt das oft

00:00:04: abstrakt.

00:00:05: Oft sehr abstrakt!

00:00:06: Also ein Grad mehr hier, ein paar Hitze Tage mehr dort.

00:00:09: aber die Frage ist was passiert eigentlich konkret in Weinberg wenn es wärmer wird?

00:00:13: Wenn die Trauben ja haben wir schon oft gehört von Lu schneller Zucker aufbauen als die Aromen hinterher kommen.

00:00:20: Was macht man denn?

00:00:21: Die Frage ist pflanzt man vielleicht einfach höher?

00:00:23: Ja Genau, darum geht es heute.

00:00:25: Wir sprechen heute über Höhenlagen und warum sie vielleicht auch nicht... Da werden wir gleich hier beantworten.

00:00:33: Strategisch interessant werden können oder vielleicht auch schon sind.

00:00:37: Also wir sprechen über Höhnmeter was da so die Unterschiede sind?

00:00:41: Was die Greife der Bäre angeht?

00:00:43: Die physiologische Reife, Zuckerentwicklung und so und so.

00:00:47: Und natürlich auch damit einhergehend über Lesezeitpunkte.

00:00:51: und vielleicht auch Sprechen wir über die Frage ist, oder sind Höhenlagen jetzt die Antwort?

00:01:00: Oder vielleicht nur der Zwischenstopp.

00:01:14: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge Cheers!

00:01:17: Der Wine Podcast mit Lu und mit mir Jonas und mit einer Doppelfolge.

00:01:22: Wir starten einen in eine Doppelfolge

00:01:24: mit dem

00:01:25: Winser Andreas Schumann vom Weingut Odinsteil in der Pfalz.

00:01:30: Odinstein liegt oberhalb von Wachenheim an der berühmten Weinstraße auf bis zu dreieinhalbundfünfzig Meter Höhe und gehört damit, glaube ich, korrigierend gut zu den höchstgelegenen Wein bergende Region, oder?

00:01:44: Ja ich würde sagen verhältnismäßig ist das für die Mittel hart.

00:01:47: Da wo wir jetzt heute sind schon höher Was es damit genau auf sich hat.

00:01:52: da haben wir heute den Profi zu derselbe

00:01:54: Genau.

00:01:54: also wir sprechen in der ersten Folge über Klimawandel über die Höhenlagen Und haben wir eben schon angesprochen was dass konkret im wein verändert.

00:02:03: und in der zweiten folge geht es um

00:02:04: geht Es um eine der meist gewünschten folgen überhaupt?

00:02:08: wir sprechen über Boden.

00:02:09: ja also was Macht der Boden mit dem Wein?

00:02:13: Können wir sagen, ja auf Basalt entsteht Dat.

00:02:15: Auf Muschelkalk entsteht Tat oder geht es da um viel mehr drumherum?

00:02:20: Genau darum geht es nächste Woche.

00:02:21: deswegen die Ohrenspitze und dann würde ich sagen Abfahrt und nächste Woche auch wieder einschalten.

00:02:26: Richtig!

00:02:27: Und das ist großartig zwei Expertinnen am Tisch sitzen zu haben.

00:02:30: Da kann man Fragen fragen, Fragen, Fragen!

00:02:33: Frage senden mit dem Haus heute.

00:02:34: Niepst Lu ist ein Mann da, der nahezu jeden Tag im Weinberg verbringen darf.

00:02:39: Muss man sagen willkommen Andrea Schumann!

00:02:41: Vielen Dank!

00:02:41: Schön dass du da bist!

00:02:45: Andreas Du hast drei Flaschen mitgebracht und eine wollen wir jetzt schon mal aufmachen.

00:02:53: Schwere Entscheidung.

00:02:55: Ich glaube, wer nimmt Riesling-Bassalt?

00:02:59: Ja, also wir haben drei Weine vom Odinstal hier und wir besprechen die jetzt über die zwei Folgen.

00:03:03: Würde ich mal ganz locker flockig sagen oder Jonas?

00:03:05: Absolut!

00:03:06: Dürfen wir ins Mikro schlüpfen?

00:03:08: Kannst du machen was du willst.

00:03:09: Ich fühl dich wie zu Hause.

00:03:10: Ich werde immer verurteilt dafür.

00:03:12: Cheers!

00:03:12: Wollt

00:03:15: ihr sowas angeln?

00:03:16: Ja, ich wollte fragen, sag mal was zum Wein jetzt hier?

00:03:22: Wir haben drei zwanziger Riesling Basalt im Glas Also vom vulkanischen Boden, was halt ist ein Tiefengestein.

00:03:31: Das heißt es kein Vulkan der ausbricht und wirft sondern wo praktisch in den Berg von unten die Magma reindrückt und nicht ausbricht.

00:03:41: das heißt dass entsteht unter Druck und wird dadurch einen sehr dichter sehr schweren Stein.

00:03:47: Mineralische Böden sind immer sehr mineralreich.

00:03:51: Vulkanische Böden wollte ich natürlich sagen.

00:03:54: Viel von den Sachen, die uns eigentlich klassischerweise an der Mittel hat, die vom Bundstand stand geprägt ist fehlen also viel Eisen, viel Magnesium und so weiter.

00:04:02: Und wenn Basalt verwittert entstehen sehr quälfähige Tonmineralien.

00:04:08: Das heißt ein sehr schwerer Boden.

00:04:10: da hat euch auch sehr viel ausgeleicht Weil eben im Frühjahr, wenn die Reben dazu tendieren zu schnell loszuwachsen haben sie dann noch so ein bisschen kalter Füße weil sich der Boden sehr langsamer erwärmt, weil er so schwer ist.

00:04:23: Dafür nimmt er dann die ganze Wärme aus dem Sommer mit in die Reihe.

00:04:25: verfassend und typisch für vulkanische Böden unabhängig ob da Riesling steht oder... Necramol oder Malvasia, ist halt dass du immer so ein bisschen rauchige Komponenten hast.

00:04:39: Das ist es, die waren relativ trockenes Jahr in trockenen Jahren.

00:04:42: Schock auf

00:04:43: Franko!

00:04:43: Wie war denn die Dreiundzwanz?

00:04:44: Wenn wir schon vom Thema Klima sprechen... Genau

00:04:46: das war ziemlich trocken.

00:04:48: der Regen kam gerade noch rechtzeitig bevor es zutrocknen wurde aber Schon von Trockenheit geprägt.

00:04:54: und in den trockenen Jahren die Hefe dann einfach nicht so viel Nährstoffe, weil die Trauben ohne Wasser halt nicht so viele Nährstoffer einlagern.

00:05:00: Das heißt, in diesen Jahren neigen die Weine ein bisschen mehr zu Reduktionen.

00:05:04: Dann hast du noch so ein Schießpulvergeruch dazu Genau.

00:05:07: Und bei Salz bringt immer so eine Frucht, ein bisschen an was Exotisches, ein etwas süßerliches.

00:05:12: Genau.

00:05:12: Ein bisschen Mango diese Geschichten.

00:05:14: Du hast ja schon mal einen Vorgeschmack auf den Teil zwei hier des Interviews.

00:05:18: Was macht der Boden mit dem Wein?

00:05:19: Dann müssen wir jetzt einen Cut machen Andreas!

00:05:20: Sonst springen sich alle ab.

00:05:21: ey!

00:05:24: Halt ich auf der Webseite wahr vom Odin Style... Es ist ja wirklich romantik und dille pur, ne?

00:05:30: Das ist glaube ich so eine Drohnenaufnahme und man sieht in mitten von von Grün und Weinberg sieht man so ein wunderschönes Haus stehen.

00:05:38: Und da darfst du jeden Tag sein?

00:05:40: Da

00:05:40: darf ich jeden Tag, ja das ist ein großes Privileg.

00:05:44: Ich muss da leider auch drinnen arbeiten aber ich glaube dass haben wir uns ganz gut erhalten gerade wenn wir morgens hochkommen und die Sonne geht auf oder so im Sommer.

00:05:55: manchmal sind wir auch schon vor Sonnenaufgang im Sommer da weil der hat sehr viel Arbeit.

00:05:58: dann kannst du nur genießen.

00:06:00: Sollen wir vielleicht

00:06:01: auch fünf Minuten stehen bleiben Meditieren.

00:06:04: Kannst du vielleicht mal ganz kurz so geografisch abholen?

00:06:06: Also klar wir sind in der Pfalz, wir sind an der Mittelhardt.

00:06:09: Wir sind... Überhalb der Mittel hard wie Jonas schon gesagt hat und auch überhalb der Abbruchkante vom Rheingraben.

00:06:18: also ganz grob sind wir in der Mitte zwischen Frankfurt und Straßburg Und an der mittelhard ist normalerweise ungefähr bei wie so ein Gürtel entlang des Pfälzerwaldes, zwischen Pfälzermald und Rhein.

00:06:30: Aber halt zum Pfälzelwald hin und da sind die spannenden Lagen eigentlich.

00:06:34: Und ungefähr auf Höhe der Aprokannte beginnt der Wald.

00:06:39: Zwei-hundert Höhenmeter ungefähr.

00:06:40: Ja!

00:06:40: Und wir sind wie eine Insel oben im Wald auf dreihundertfünfzig Metern.

00:06:44: Warum tut man sich ja eigentlich freiwillig Höhenlagen an?

00:06:46: Ist das aus deiner Sicht Idealismus oder ist es Abenteuerlust?

00:06:51: Es ist die Zukunft...

00:06:53: So kann

00:06:54: man's auch sagen.

00:06:54: Das finde

00:06:55: ich gut.

00:06:56: Natürlich haben wir da angefangen und Kanne hat dran geglaubt.

00:07:01: Mein Opa, der hatte Konkrü-Lagen in Deidesheimen fast gehabt.

00:07:04: Als ich dem gesagt habe, ich gehe ins Uninstall und mache einen Wein ... Ich sag's kannst du nicht machen!

00:07:08: Da werden die Trauben nicht reif.

00:07:10: Und das hatte eine große Tradition.

00:07:12: also man kann in zweihundert Jahre alten Büchern lesen dass den Louis Wolf, der damals angefangen hat, da Reben zu pflanzen.

00:07:20: Der hat Unsummen in die Hand genommen um den Wald zu roten, die Terrasierung zu bauen usw.. Der hat gesagt, da ist so ein spezieller Boden.

00:07:27: Da muss ich einfach eben hin pflanzen und die Fachwelt hat ihn für begloppt erklärt, dass er so viel Geld dafür auch noch in die Hand nimmt um Reben an einem Platz zu pflanzen wo die Trauben vermeintlich eh nicht reif werden.

00:07:38: Und das sieht man aber natürlich wie sich das entwickelt hatte letzten Jahr.

00:07:42: Wir haben zwei vier angefangen.

00:07:43: alle haben gesagt da werden die Trauben nicht reifen und im Jahr twenty-一 hat der VDP von unseren fünf Komma zwei Hektaren da oben vier Komma sieben als große Lagerklassifizierung.

00:07:54: Also auch der VDP

00:07:55: glaubt an die Zukunft.

00:07:58: Wir haben ja ein paar Jahre gebraucht, um zu zeigen, dass man da richtig guten Wein machen kann und vorher Urteile wiederlegt.

00:08:05: Ja ich bin ja so die kleine Kontext-Maus, dreihundertfünfzig Meter, also ich komme aus dem Siebengebirg bei Köln.

00:08:10: drehundert fünfzig Meter... Ich weiß jetzt ungefähr, wie hoch bei uns der Siebengebirge ist.

00:08:17: Aber jetzt so speziell im Bereich Wein?

00:08:20: Was ist denn normalerweise üblich um für die Leute mal ein bisschen Kontext reinzubringen?

00:08:26: Sind dreihundertfünfzig schon viel?

00:08:28: oder wo liegen die Weinberge normalerweise?

00:08:31: Das kommt eben, wie du sagst auf den Kontext an weil natürlich je weiter du nach Süden gehst, desto höher kann das sein, weil ansonsten es halt aus dem Rundweimer ist und die Sonneinstrahlung höher ist.

00:08:42: Die Pfalz findet normalerweise so zwischen hundert und zweihundert Meter statt.

00:08:45: Alles, was über zweihundert Meter ist, ist eigentlich schon hoch.

00:08:48: Und an der Mittelhard bei uns hört es in der Regel ... also zwischen Daidisheimen und Bad Dürkheimen hört das ungefähr bei zweihundert Meter auf.

00:08:55: An der nördlichen Bahnstraße geht's eher mal auch bis zu wundertvierzig, zwundertsechzig.

00:09:03: Und dann gibt's noch ein paar Ecken südlichen Wandstraße, wo es auch über dreihundert hochgeht.

00:09:08: Also ich glaube der höchste Punkt im kastaden Busch ist auch über dreihundert.

00:09:11: und dann gibt's in Burweiler am Anerberg geht sogar noch fünf Meter höher als bei uns.

00:09:16: Wenn du das ganze Jahr betrachtest was verändert denn die Höhe konkret im Verlauf des Jahres?

00:09:21: In unserem speziellen Fall ist es ja so dass sich nicht ein Weinbergsbestand immer weiter den Berg hochzieht sondern dass wir räumlich komplett abgeschlossen sind von Wald- und Wiesen umgeben Und dadurch entsteht natürlich vor allem auch eine viel größere Tag-Nachtamplitude.

00:09:38: Also der Unterschied zwischen Tag und Nachttemperatur ist deutlich größer, dadurch kriegst du halt ne langsame Reife, einen langsameren Säureabbau,

00:09:47: v.a.,

00:09:47: wenn das in der Reife immer noch der Fall ist.

00:09:49: Du hast in den großen Dürrefasen die wir die letzten Jahre immer mehr hatten, halt immer noch Ne Taubildung so dass die Pflanzen Nachts, wenn es Tau gibt dann wenigstens ein ganz kleines bisschen Wasser aufnehmen können.

00:10:00: Wo sie, ich sag mal an den warmen Standorten, da hat's nachts immer noch deutlich über zwanzig Grad.

00:10:05: Da gibts überhaupt kein Tau mehr und überhaupt keine Feuchtigkeit.

00:10:08: Also die Tag-Nacht-Ambitut ist eigentlich der größte ausschlaggebende Punkt.

00:10:12: Ansonsten ist es im Sommertagsüber auch richtig heiß und im Winter richtig kalt.

00:10:16: Du hast mir schon verraten das sich die Lese bei euch teilweise um zwanzicht Tage nach hinten verschiebt?

00:10:22: Im Vergleich zu tiefer gelegenen Lagen... Wie merkt man das in

00:10:27: Wein?

00:10:28: Ja, also zwanzig Tage sind ja nicht jedes Jahr der Fall.

00:10:30: Das hast du vor allem in den spätreifenden Jahren.

00:10:32: In den frühreifbaren Jahren wo es wärmer ist, entweder oben vielleicht eine Woche bis zehn Tage später aber in den Spätreifenjahren ist natürlich extrem.

00:10:44: Das hat sich aber auch in den letzten Jahren sehr stark verschoben.

00:10:48: als wir angefangen haben war es völlig normal dass wir im November noch anden.

00:10:52: Das war unser erster Lesetag, da haben wir Silvana geerntet am twenty-zwanzigsten Oktober.

00:11:00: Heute, die letzten paar Jahre waren wir eigentlich immer so zwischen siebten und sehnten Oktober fertig.

00:11:07: Aber ganz viele Jahre – das letzte Mal, dass wir in November geernteten, war dann ein zwanzig.

00:11:11: Also du hast in den spätreifen Jahren sind wir dann richtig, richtig spät dran?

00:11:15: Und da muss man auch sagen ist der Standort immer noch eine Herausforderung.

00:11:19: Also in Jahren wie einundzwanzig sind die Trauben bei uns reifen, die Blätter runterfallen praktisch und der Stock alles gegeben hat.

00:11:25: Da musst du den Reifer erkämpfen.

00:11:27: aber in den anderen Jahren hast du dann halt die Möglichkeit einfach auch die Zeit zwischen Blut- und Ernte zu maximieren so dass die Rebe halt nicht nur Zucker bildet sondern auch Aromen bildet und Mineralien einlagern kann.

00:11:40: Dann hast du halt irgendwie ich sag mal bei gleichem Alkoholgehalt einfach mehr drin im Wein.

00:11:48: Gewinner in anführenden Strichen seid ihr deshalb, weil man muss sich das glaube ich so vorstellen dass man in tieferen Lagengelds nicht ewig nach vorne verschieben kann.

00:11:56: Also man braucht ja eine gewisse Reifezeit.

00:11:59: Genau du hast dann zwar schon viel Zucker aber es ist einfach weniger Inhalt in der Traube.

00:12:03: und dann hast du natürlich zusätzlich noch die Geschichte, dass du ne frische und ne Säure erhalten willst.

00:12:11: Dann kommen viele auf die Idee natürlich früh zu anten und dann noch schon dazu pressen, was natürlich zu noch weniger Extraktion von Aromen- und Mineralstoffen führt.

00:12:21: Und dann hast du irgendwann halt gar nichts mehr im Wein.

00:12:24: also da bin ich auch önologisch der Meinung dass das nicht die Lösung sein kann, dass wir immer weniger rauspressen, immer früher anten weil wir einfach war eine mit wenig Substanz.

00:12:35: Das war auch mal so ne Phase, ne?

00:12:36: Es war irgendwie mal vor zwei Jahren oder so wo man einfach Flächendecken gemerkt hat, fand ich in vielen Gebieten Deutschlands, wo jetzt auf einmal alle auf die Idee gekommen sind, früher zu lesen um ein Säurestruktur-Aufrecht zu erhalten.

00:12:47: und dann hast du halt den Wein gehabt irgendwie mit zehn halb oder elf und irgendwie haben sich viele gefragt inklusive für mir da fehlt aber irgendwie Extraktauroma.

00:12:58: alles also wie so grüner... grüner Wein relativ dünn, habe ich nicht so verstanden und ich hab das Gefühl jetzt zu langsam pendeln die sich alle wieder ein bisschen ein.

00:13:07: Das war auch eigentlich meine Frage inwieweit denn warum diese langsame Reife dann eigentlich so erwünscht ist?

00:13:14: Also es hast du aber eigentlich gerade schon beantwortet einfach damit sich die Aromen halt auch entsprechend in der Bäre also die Bäreninhaltsstoffe entsprechend entwickeln können.

00:13:23: Genau am Schluss müssen wir die aromatische und physiologische Reife möglichst gut zusammenführen.

00:13:29: Mal ganz pragmatisch gefragt.

00:13:31: In Zeiten des Klimawandels würdest du sagen, ist das jetzt alles eher ein Vorteil oder ist es eher Herausforderung?

00:13:39: Der kühle Höhenstandort in Zeiten des klimawandel eigentlich eher ein Vorteil also weil wir halt einfach diese Problematik noch nicht haben dass wir uns gezwungen sehen früher zu ernten.

00:13:55: oder solche Geschichten und Die Reben bleiben einfach dann auch vitaler, weil sie halt im Sommer nachts immer noch ein bisschen die Abkühlung haben und da nicht so den puren Hitzerstress.

00:14:06: Wir haben ja schon in der Folge mit dem Professor Dr.

00:14:08: Rainer Schulz gelernt dass Klimawandel ja auch nicht überall gleich ist und jede Region mit ihren eigenen Herausforderungen zu kämpfen hat.

00:14:15: Was würdest du denn sagen?

00:14:16: Also anrehen halt immer von Hitze das ist so das Argument schlechthin beziehungsweise das Problemchen was genannt wird.

00:14:22: Ist es nur die Hitze oder habt ihr auch mit anderen Problemchen zu kämpfen?

00:14:26: gute Hitze und die Trockenheit kommen ja meistens zusammen.

00:14:32: Ich glaube, das ist die Kombi auf dieses Problem.

00:14:34: Und dann ist es so... ich habe die Folge leider nicht gehört mit dem Kollegen.

00:14:40: Aber ich weiß nicht, ob er erzählt hat, dass es so eine Grenze gibt in den deutschen Weinbaugebieten je nach Jahr ein bisschen verschiebt.

00:14:51: Und neidlich davon wird's immer feuchter, weil halt der Wasserkreislauf angeheizt wird durch den Klimawandel und südlich davon wird es immer trockener.

00:15:00: Und die ist nicht jedes Jahr genau an der gleichen Stelle.

00:15:05: das heißt wir haben jetzt im Moment die Situation dass wir jedes dritte vierte jahr halt extrem nasse Jahrgänger haben wo dann was einmal nicht der limitierende Faktor ist aber wo so viel regnet dass sich halt der falsche Mehltaupilz da wohlfühlt und eine riesen Party veranstaltet?

00:15:22: Und da haben wir halt im ökologischen Weinbau, wo wenn ich mir großen Keule draufhauen können dann oft mit großen Ertragsausfällen zu kämpfen.

00:15:30: Also

00:15:30: auch noch mal wichtig zu erwähnen dass ihr büdenamisch seid, büdanamisch zertifiziert und das haben ja auch zwanzig, fünfundzwanzig gesehen.

00:15:37: also das war ja Rekordleser bei vielen die dann echt gesagt haben wir müssen der Zeug jetzt reinholen weil sonst wird's halt richtig witzig na?

00:15:43: Wir sind ja relativ spät dran oben im Uninstahl immer und es war in der Tat Hat es dann in der letzten Septemberwoche irgendwann, da hat's in einer Woche hundert und zehn Liter geregnet.

00:15:55: Und wir sind dann im Prinzip in den abflaunden Nieselregeln schon wieder raus.

00:16:00: Ich hab auf der Presse am Anfang ein bisschen Wasser raustropfen lassen und das weglaufen lassen, damit wir es noch schnell reinbringen.

00:16:08: Weil bei Riesling weiß man, wenn so viel regnet, sehen die zwei bis drei Tage noch wunderbar aus.

00:16:14: Dann hat jede Bärenrissen fängt an zu fahren.

00:16:16: Am letzten Endetag haben wir die Hälfte weggeschmissen.

00:16:18: Die Träubchen am Stock sehen dann aus wie Schwanger.

00:16:24: zu platzen.

00:16:25: Das ist natürlich, da haben wir so krassen Wassernassen echt ein Problem für Leute die gar keine Ahnung haben wo ihr liegt und wie das bei euch aussieht Weil Stichwort viel Wasser, also wie sind eure Weinberge angelegt?

00:16:38: Habt ihr terrassiert oder ist das...

00:16:40: Ja aber es sind relativ große Terrassen.

00:16:42: Also auf einer Seite sind es Terrassen und auf der anderen Seite sind sie im Prinzip Hänge insgesamt.

00:16:48: Es ist nicht so steil dass wir nicht mit einem Traktor fahren können, also Traktor ist möglich Und es ist ein bisschen wie am Viehtheater wenn man nach oben fährt fangen rechts Weinberger an die nach Süden geneigt sind.

00:16:59: Dann macht er so einen Schwenk das direkt vom Haus der Weinberg nach Osten geneigt.

00:17:03: und dann hoch zum Basalsteinbruch haben wir im Prinzip auch eine Nordausrichtung.

00:17:09: Wie viele Hektar habt ihr eigentlich, also wie groß seid ihr eigentlich?

00:17:12: Wir haben insgesamt zehnundhalb Hektare.

00:17:15: Die Hälfte davon ist in Wachenheim direkt am Weihgut.

00:17:18: Und die zweite Hälfe haben wir erst seit zwanzig-vierundzwanzig, die sind Hexheimer Berg.

00:17:22: Zwanzig Minuten nördlich und da haben wir geologisch fundamental andere Verhältnisse.

00:17:27: Das ist extrem kahlreich!

00:17:31: Riesling ist die wichtigste Rebsorte, nahezu die Hälfte.

00:17:35: So vierundhalb Hektar Rieslingen haben wir.

00:17:38: Danach kommt in der Fläche schon spätbegründer jetzt durch die Geschichte den Hexhahn.

00:17:43: Da haben wir so zwei Komma drei Hektare ungefähr.

00:17:46: Wobei spät begründert natürlich die Reb-Sorte ist sie die geringsten Erträge liefert das heißt von der Produktionszahl es weiß bergunder dann ein bisschen mehr.

00:17:55: Das sind so die drei wichtigsten Sachen.

00:17:57: Warum die gängigsten Erträger?

00:17:59: Erstens Genetik, wenn man da auf Qualität setzt sehr geringer Erträge bringt und es ist einfach auch die Sorte, die am meisten noch mit Qualität auf noch geringeren Ertrag reagiert.

00:18:12: Ich sag mal beim Rieslingen, wenn wir da deutlich unter fünfzig Hektoliter vom Hector antut dann wird der Bein nicht zwangsläufig noch besser.

00:18:20: aber Spätbergunder reagiert immer noch und bringt immer noch eine bessere Qualität.

00:18:24: Das ist schon so ne kleine Diva!

00:18:26: Ich muss nochmal eine Sache nachfragen.

00:18:29: richtig spannend, als du eben darüber berichtet hast und auch Lu sagte dass es diese Momente gibt in der Lese da müssen die Trauben reingeholt werden.

00:18:38: Weil zum Beispiel auf einmal ganz viel Wasser kommt so ist das so, dass man als Winzer auch umdisponiert und sich dann mehr Personal leisten muss und die Lese grundsätzlich von der Planung her in einem kürzeren Zeitraum absolvieren zu können?

00:18:52: Ja also wir müssen halt dann schauen wie wir praktisch mehr Erntehelfer mobilisieren, weil wir halt eben nicht mit Mindestlöhnern aus Europa arbeiten.

00:19:03: Und ja natürlich du musst dann schneller sein.

00:19:06: also gerade wenn so ein Wetter aufzieht.

00:19:08: und prinzipiell kann man natürlich auch von der Grundidee sagen, man möchte heutzutage schneller sein, weil das Fenster der optimalen Reife ist.

00:19:17: Ich sag mal früher war es auch von einer ganzen Ausrichtung der Weine hat man mehr auf Opulenz gezielt als auf Filigranität.

00:19:26: Und da war der König vom Ort, wenn man es höchste Mostgewicht hatte.

00:19:29: Das heißt die, die am spätesten geerntet haben, haben hinterher die Weine gehabt, die haben besten bewertet worden sind und Goldmedaille gekippt haben und Punkte hier und da und überall.

00:19:40: Und das hat sich ja auch geändert.

00:19:42: Man sucht stillistisch heute Filigrarität und sagt irgendwie ich will nicht mehr solche Wuchtbrummen... Erzeugen, das heißt ich kann dann auch nicht beliebig spät ernten selbst wenn die Trauben optisch noch wunderschön aussehen.

00:19:54: Kann es auch ein zu viel der Reife geben und das muss man ja auch sagen.

00:19:58: Der Weinbau zumindest in Deutschland hat bis jetzt nur vom Klimawandel profitiert als sich ein kleiner Bub war in den Achtzigern Und bin da mit der Familie raus zum Traubenschneiden.

00:20:07: wir sind jeden Abend in die Badewanne weil wir so durchgefroren waren und in den achtziger Jahren gab's noch echte missernten aufgrund von Unreife.

00:20:15: Da waren die Trauben einfach noch grün und hart, uns sind überhaupt nicht richtig reif geworden und da konnte man keinen Wein machen.

00:20:20: Und das kennen wir halt seit den neunzig Jahren nicht mehr und jetzt in manchen Jahren wird es praktisch schon ein bisschen zu viel und das treibt die Leute dahin, dass sie denken lasst mal über Nordhänge- und Höhenlagen

00:20:32: nachdenken.".

00:20:32: Du bist ja kein Prophet glaube ich aber du bist ja ... seit dem Jahr vier hast du gesagt bis zum Urdienstal?

00:20:39: Das sind weit mehr inzwischen als zwanzig Jahre.

00:20:42: Würdest du sagen, die Höhenlage ist eine langfristige Lösung oder ist es eine strategische Anpassung für ein paar Jahrzehnte?

00:20:52: Es gibt ja da verschiedene... Klimatische Modelle, auch klimatische.

00:20:59: Und wir werden es so wie ich das im Moment einschätze.

00:21:03: wie die Gesamt-Situation sich entwickelt habe Ich den Eindruck Es wird immer weniger wichtig dass wir irgendwie beim Klimawandel mal auf die Bremse treten.

00:21:10: also da müssten Wir uns als gesamte Menschheit engagieren Dass Das bremst Pedal Beim Klimawandel Mal Wichtiger ist Als keine Ahnung, höher schneller weiter und irgendwie die Verbrenner müssen weiter verbrennen.

00:21:23: Und das brauchen wir alles nicht mit dem Klimaschutz weil es könnte der Wirtschaftsschaden.

00:21:27: Wir fahren halt immer schneller auf den Brückenpfeiler zu mit unserem Klimawandel.

00:21:32: Wenn wir das Bremspedal nicht durchtreten dann geht's halt schneller weiter.

00:21:39: Aber wir haben auch im Odinstall die Situation dass in den frühreifen Jahren die Trauben sehr reif werden Und dann müssen wir halt schauen, ob wir die Weine stillistisch anpassen.

00:21:49: Ich habe vor kurzem ein schönes Gespräch gehabt mit dem Kollegen von der Mosel, die ja auch jetzt immer noch ihren Khabi machen und ich gesagt hab, ich verstehe die Weinen nicht so recht weil die Khabis, die mich berührt haben in meinem Leben, die wirklich beeindruckend waren, so keine Ahnung, die halt Jahrzehnte alt sind.

00:22:08: da wurde Ende Oktober Anfang November bei voller physiologischer Reife vernünftige Erträge und dann waren die so.

00:22:17: Und dann war die Säure so hoch, dass man gesagt hat okay da finden wir jetzt mit Restsüße eine Balance in dem Wein und das ist die Stilistik, die wir hier haben.

00:22:26: Wenn man heute versucht diese analytischen Parameter nachzustellen, dann endet man einfach unreife Trauben.

00:22:33: Ja!

00:22:34: So schmeckt der Wein auch?

00:22:36: Oder hast du

00:22:37: später als Kaby abgestuft oder was?

00:22:38: Ich halt

00:22:39: nicht... Verstehe.

00:22:42: Und es ist doch dem Klimawandel auch zu verdanken, dass man heute auch an der Mosel hervorragende trockene Rieslinge machen kann war früher einfach nicht möglich.

00:22:49: So, früher habe ich die hohe Säure dann über Süße kompensiert.

00:22:54: Heute ist die Säur nicht mehr so hoch, brauche ich die Süße nicht.

00:22:57: Kann ich erstmal einen trockenen Wein machen?

00:23:00: Wenn mir die Sääure immer noch zu hoch ist, kann ich den Wein durch ein Säuraubbau laufen lassen und dann mache ich eine Milchsäurebakteriendefizit Epfelsäure weg und dann hat er vielleicht eine Balance.

00:23:08: wenn der aber hinterher zu wenig Struktur hat hinten raus, weil er nicht mehr animiert ist.

00:23:13: Weil die Säure fehlt und das wird in Zukunft immer öfter passieren.

00:23:16: Dann kann ich einfach versuchen früher zu enden.

00:23:19: habe Ich war eine mit weniger Inhaltsstoffe oder ich gehe halt her und sage okay jetzt sind die Traumreifer.

00:23:24: Ich hab höhere pH Werte was es in den Regionen die Höhere pH haben?

00:23:27: Die haben mehr Geibstoff die Weine und dann kriegen wir wieder ne Griffigkeit.

00:23:32: Das heißt ich arbeite dann halt entweder mit mancher Standzeiten Teil richtig auf der Meische und verschneit es wieder zurück oder wir geben halt immer ein paar ganze Trauben zu mit Stängel.

00:23:44: Und überlegen uns dann... In den warmen Säure-Armenjahren suchen wir die grünen Stängel raus, dass wir über dem Grün-Gabstoff so eine Griffigkeit und eine Frische reinbringen.

00:23:53: Wo viele Leute auch sagen, da hat er schöne Säuren!

00:23:55: Aber es ist gar keine Säurezgabstoffe.

00:23:57: Einfach Struktur

00:23:58: geben?

00:23:58: Genau.

00:23:59: Und in den unreifen Jahren müssen wir halt schauen, dass die Stängeln schön verholzt sind, die wir mit reingeben.

00:24:03: Sonst kommt grüner Gabstoff zu hoher Säurer dazu... ...und dann wird's natürlich ein bisschen anstrengend zu trinken.

00:24:08: Wenn ich jetzt zwei Rieslingen ineinander habe also einen aus Hundertfünfzig Metern Einen aus drei nach fünfzig Metern, was schmeckt anders?

00:24:18: Du hast natürlich bei dem Wein unten in der Regel weniger Säure.

00:24:21: Das ist mehr Opulenz.

00:24:22: Es kommt aber auch immer darauf an wie das mit welchen Hintergedanken geerntet wurde ob auf hundertfünfzig Meter eher reife optimiert oder eher frische optimierte geerntete wurde.

00:24:30: früh spät.

00:24:31: Ja du hast ein Wein Der aus dem Odinstal kommt halt auf einer anderen geologischen Grundlage In der Regel.

00:24:39: Du hast in der regel Mehr Ausdruck Bei gleichem Alkohol.

00:24:43: Ich kann's drauf geguckt.

00:24:44: Ja, aus den drei und zwanzig liegen die alle so bei zwölf, zwölfen und halb.

00:24:48: Aber es sind halt richtig, richtig reifertraubend.

00:24:51: Wir brät ja auch richtig im Glas.

00:24:53: Das ist eine richtig schöne Phänomik, so richtig schöne Vibration.

00:24:59: Also würdest du sagen in zwanzich Jahren sprechen wir über Wein aus dreieinhalbzig Metern ganz anders als heute?

00:25:07: Ich glaube diese Entwicklung war die letzten zwanzige Jahre schon.

00:25:13: Ich glaube, es hätten mehr Kollegen Interesse weiter nach oben zu gehen und kühlere Lagen zu bewirtschaften.

00:25:21: Aber das geht alles natürlich schutzrechtlich nicht.

00:25:23: Wir können in Deutschland nicht Wald roten um Weinbeige hinzu pflanzen.

00:25:26: Das funktioniert nicht, das macht auch ökologisch keinen Sinn.

00:25:29: Insofern ist das in Ordnung.

00:25:31: aber ich denke man wird sich halt stillistisch ein bisschen anpassen und die einen gehen halt den Weg, dass sie früher ernten um die Säure zu erhalten und die anderen ersetzen die Sauen ein bisschen durch Gabsstoff hier nach Philosophie.

00:25:42: Werden mal jemanden hier zu Gast, der gesagt hat ja er sieht den Klimawandel jetzt nicht als anrollende Katastrophe an.

00:25:47: Aber man muss halt mehr... Also es geht wie du halt richtig gesagt, es geht halt nicht mehr nur um Moskewicht, sondern das komplette Ganze.

00:25:55: Um die Aromatik, physiologische Reife und so und so.

00:25:59: Irgendwann ist ja das Ende der Fahnenstange erreicht.

00:26:01: inwieweit geht das denn alles noch mit Weinwerksmanagement und Winification?

00:26:07: Irgendwand entscheidet halt die Natur.

00:26:09: Ja, der entscheidet jedes Jahr.

00:26:11: Ich glaube, bei den guten Erzeugern wird es jedes Jahr einen guten Wein geben.

00:26:15: Der wird halt anders schmecken und wird im Zweifel auch in unterschiedlichen Mengen verfügbar sein.

00:26:21: aber ich habe da überhaupt gar keine Angst.

00:26:23: und wie gesagt wir können uns ja stillistisch anpassen.

00:26:25: natürlich wird der Riesling in zwanzig Jahren nicht mehr genauso schmecken wie heute Aber heute schmeckt er ja auch anders als der vor zwanziger Jahren Und nochmal vor zwancher Jahren in den Achtzig Jahren wo er nicht reif wurde.

00:26:37: dann sind wir ganz froh dass wir das nicht mal haben Ja?

00:26:39: Es wird immer anders Und völlig wertungsfrei.

00:26:44: Aber

00:26:44: ich glaube, man kann schon sagen dass aus Aktionen aus Sicht der Winzer eher Reaktion wird oder?

00:26:51: Also ihr könnt nicht mehr so viel agieren sondern ihr müsst eher reagieren.

00:26:54: Du weißt halt immer nicht.

00:26:55: was kommt vorher?

00:26:57: Das ist immer das größte Problem vor allem mit den Niederschlägen die immer schwieriger auch für heissagbar werden.

00:27:06: also Wir, in der Landwirtschaft haben wir heute ... Jeder hat sieben Wetter-Apps auf dem Handy.

00:27:12: Und alle sieben sagen dir was anderes?

00:27:14: Man nimmt Datvat gerade passen.

00:27:15: Was sagt deine

00:27:16: Wettbewerber?

00:27:16: Können wir einloggen!

00:27:18: Genau, genau.

00:27:19: Okay, wir nehmen die aber dann kommt's halt an.

00:27:21: Leistetter

00:27:21: Radar wie sieht es aus?

00:27:22: Wo kommt die Wolke?

00:27:23: Ja ja das ist halt

00:27:24: echt süß.

00:27:24: Dann musst du halt grade in den extrem nassen Jahren ist schon eine große Herausforderung weil die Lücken, die dir bleiben um zu reagieren um irgendwie Pflanzenschutz zu machen oder was auch immer die werden halt immer kleiner.

00:27:38: und deshalb versuche ich auch im Sommer nicht so viele Reisetätigkeiten zu haben, weil wenn die Lücke nur Sonntagsmittag sind dann müssen wir das halt Sonntagsmittag machen.

00:27:47: Das ist Landwirtschaft, das ist nicht neun bis fünf Tage die Woche oder wie heißt es neue Schimpfwort?

00:27:55: Lifestyle Teilzeit!

00:27:58: Es gibt

00:27:59: in der Landwirtschaft leider nichts.

00:28:04: Was waren so deine Top-Dos drei Jahrgänge, wo du sagst, das war herrlich.

00:28:08: Das hab ich super von gern am Glas!

00:28:11: Ja was sind zu viele?

00:28:12: Ich kann mich ja nicht mehr auf drei sagen... Also ich mag das was da ist.

00:28:15: Wir können jetzt

00:28:15: immer alles beantworten mit Beides und alles.

00:28:18: Das geht nicht.

00:28:19: Dreiundzwanzig neunzehn zwölf

00:28:21: Kannst du uns einen Satz sagen?

00:28:22: warum?

00:28:23: Weil

00:28:24: wir da einfach eine superschöne Balance über die Reife bekommen haben und das sind jetzt aller Wärmsten gewesen und auch nicht die all der kühlesten.

00:28:34: Ich werde in anderen klimatischen Gefilden ganz andere Jahrgänge wählen, also ich werde ... In den richtig wahren Standorten bin ich immer ein Fan von den kühlsten spätreifsten Jahrgängen.

00:28:46: Die waren natürlich aber im Uni-Stall schon dann auch anders herausfordernd, ne?

00:28:51: Ich

00:28:51: versuch das Ganze mal zusammenzufassen

00:28:53: so bisschen

00:28:54: Aber ihr ergänzt hoffentlich.

00:28:55: Also wir haben darüber gesprochen.

00:28:57: Höhenlage ist ein Anrathchange von Tag und Nacht.

00:29:00: Das hast du ganz zu Anfang gesagt, fand ich super spannend.

00:29:03: Das bedeutet ja auf jeden Fall dass es niedrigere Durchschnittstemperaturen gibt und oft kühlere Nächte.

00:29:09: Ja.

00:29:09: Das verschiebt dann haben wir auch drüber gesprochen die reife Zeit.

00:29:13: Verschiebt Zucker, Säure und Aromatik am Ende?

00:29:17: Die Entwicklung ist halt eine komplett

00:29:18: andere Entwicklung.

00:29:19: Also weniger säure Abbau, harmonischere bessere Entwicklungen der Bäreninhaltsstoffe und Aromastoffe.

00:29:25: Und dann, wie wir eben gerade besprochen haben in den Jahrgang ist eine bessere Balance.

00:29:29: Weil sie die Zeit haben, die Aromen zu entwickeln bis der Zucker da ist.

00:29:34: Der am Schluss ja doch meistens noch den anterzeitpunkt entscheidet.

00:29:38: und dann was über allem schwebt in Zeiten des Klimawandels werden ehemalige Grenzlagen das hast du zu Beginn beschrieben plötzlich strategisch sehr interessant.

00:29:47: Also du hast ja gesagt, da haben wir am Anfang Leute viel Geld investiert und alle haben gedacht, der ist ja völlig bekloppt was macht er da?

00:29:53: Und jetzt ist es im Endeffekt genau das Gegenteil.

00:29:55: Das hat sich

00:29:56: gedreht.

00:29:56: Da züge ich mit dem Ubi den Markt in Berlin, ne?

00:29:57: Ecker

00:29:58: mal gekauft vor fünfzehn

00:30:00: Jahren, wusste ja keiner!

00:30:02: Und es geht nicht nur um mehr Säure sondern es geht um das gesamte Spektrum also reife Spektrume

00:30:08: im EndeFFekt.

00:30:08: Genau im EndeFekt haben Analytisch bei uns nicht fundamental andere Werte am Ende im Glas als bei vielen Kollegen, aber es schmeckt halt anders.

00:30:18: Und ich vergesse die wichtigsten Zahlen aus dem Odienstal sind dreiundzwanzig neunzehn und zwölf.

00:30:26: Du hast es schon erwähnt.

00:30:27: Phenolische Reife können wir dort nochmal so ein bisschen detaillierter von der Erklärung haben aus der Praxis?

00:30:34: Phenoles in den Gerbstoffe Die bestimmen ja auch ein bisschen, sag mal.

00:30:41: Ihr seht ja dann in der Ernte wenn ihr verschiedenen Winzern folgt, dann zeigen die euch ganz toll dass jetzt die Kerne verfarbt sind und die phenolische Reife eintritt usw.. Das heißt da gab Stoff wird polymerisiert über die Reife Und schmeckt nicht mehr so grün und bitter.

00:30:59: Sondern wird so ein bisschen samtiger vom Ausdruck.

00:31:03: Ja und dann gibt er den war einen schönen struktur ohne das es zu grün und unreif schmeckt.

00:31:11: Und das ist unabhängig, prinzipiell vom Zuckeraufbau.

00:31:16: Darum geht es dann halt, dass man die zuggereife und die phenolische Reife so zusammenführt, dass da ein harmonisches Ganztes draus wird ohne... Dass der Wein hinterher ... ... vierzehn Komma acht Alkohol hat und auch ohne dass er vielleicht zehn Volumen prozent hat.

00:31:32: Es gibt natürlich immer auch die Ausnahmen, die trotzdem toll sind aber im großen Ganzen ist das vielleicht die Marschrichtung.

00:31:40: Und in Jahrgängen, wo Säure fehlt kann so ein bisschen grüne Phenolik auch Spaß machen und die Frische geben.

00:31:48: Aber prinzipiell im Sinne von einem schönen balancierten Wein möchte man eine gute phenolische Reife, wo die Geabstoffe dann schon soweit polymerisiert sind, dass sie nicht mehr bitter schmecken.

00:31:59: Andreas es hat Spaß gemacht.

00:32:00: ich habe verstanden Das Höhenlage-Temperatur-Unterschied bedeutet logischerweise Reifeverlauf, Säurestruktur.

00:32:09: und was ich super spannend finde im ersten Teil weil wir freuen uns schon auf die nächste Woche mit dir wie du als Winzer auf den Klimawandel reagierst.

00:32:21: Mein Daily Business!

00:32:23: Ja.

00:32:24: Anpassung, Anpassungen, Anpaßungen.

00:32:26: Mühsam ernährt sich das Eichhörtchen.

00:32:27: da haben wir doch noch einen!

00:32:30: Genau nächste Woche sprechen wir über Fragen.

00:32:33: kann man die verschiedenen Bodenarten wie zum Beispiel Basalt, wie Kalk?

00:32:38: Wie ...

00:32:39: Muschelkalk.

00:32:40: Bunzer steht's auf vor dir!

00:32:41: Da haben wir Basalt und Muschekalk.

00:32:44: Kann man

00:32:44: die wirklich aus dem Wein rausschmecken?

00:32:47: Wir machen nämlich jetzt weiter und ich würde sagen, wir hören uns dann nächste Woche.

00:32:50: Nächste Woche geht es ab hier Bodenwein.

00:32:52: was macht das?

00:32:52: Nase, Geschmack Es wird wild

00:32:55: Genau.

00:32:55: Und wenn ihr noch eine Frage habt, dann schickt sie uns über cheers at edeka.de?

00:32:59: Oder drop zu einfach direkt hier beim ... Ich würd grad sagen, beim Hörbuchanbieter eurer Wahl oder beim Podcast Anbietern eurer Wahr.

00:33:06: Hier zum Beispiel bei Spotify, direkt in die Kommentare.

00:33:09: Dann können wir euch direkt antworten und andere Leute haben auch was davon.

00:33:13: Joa!

00:33:13: Ja, ich würde sagen Cheers!

00:33:15: Dann tauchen wir jetzt mal gleich ab hier in die Bodenwelt.

00:33:20: Hast du sehr gut ausgesucht, die Weine.

00:33:22: Richtig vorbereitet hier.

00:33:25: Dieser Podcast wird euch präsentiert von EDK.

00:33:29: Wir lieben Lebensmittel!

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